einige Erläuterungen zu den Bezeichnungen...

Aufschläger ... Mautner oder Zöllner

Böhmischkrut ... war von 1359 bis 1922 der Name von Großkrut

Chyrurgus et caupo ... Bader (Wundarzt) und Leutgeb (Schankwirt)

Disco ... Abkürzung von Discothek („disc” = Scheibe, Schallplatte und „Theke” = Behältnis, Kasten, Kiste)
             franz. discothèque Analogbildung zu Bibliothek) ein Gastronomiebetrieb, in dem regelmäßig, vor allem an den Wochenenden,
             Tanzveranstaltungen stattfinden. Die Tanzmusik wird in der Regel nicht live aufgeführt.

Drab ... erwähnt bei № 101 / 1696 Hans Weigl ... siehe Tennsteher

Faber ... erfahrener Handwerker

Familienname (bei Witwen) ... z.B. Katharina Benda/Bohrn/Neusiedler = Vorname Familienname bei der Geburt / 1. Ehe / 2. Ehe

fl ......... 1 Gulden (fl) = 60 Kreuzer (kr.)
             Verdienste / Jahr: Univ. Professor 300 fl, Schulmeister 22 fl, Dienstmädchen 12 fl (bei freier Kost und Unterkunft)
             Jahresmiete für eine Wohnung in der Wiener Innenstadt 230 fl, in der Wiener Vorstadt 75 fl
             1 Reitpferd 30 fl, 1 Ochse (~ 150 kg) 15 fl, 1 kg Butter 24 kr., 1 kg Fleisch 10 kr.
            
Gemeindehalter ... Viehhirt der Gemeinde, siehe Halter

gwt, Gwt ... Gwandten, Flächenmaß in der Landwirtschaft, 1 Gwandten hatte in Bernhardstahl 1¼ Joch (= 71,94 a)
                  1 Joch (= 1.600 Quadratklafter) = 0,005755 km² = 0,5755 ha = 57,55 a = 5.754,64 m²
                  1 Gwandten (= 2.000 Quadratklafter) = 0,007194 km² = 0,7194 ha = 71,94 a = 7.194 m²
                  Als es noch den verödeten Ort Ebenfeld gab, bekam ein Ganzlehner 40 Gwandten (28,77 ha),
                  nach Aufteilung der Ebenfelder Fluren erreichte ein Ganzlehner 57 Gwandten (41 ha).

Halter / Halterhäusl ... Hirte / Hirtenhütte

Inleut ... vergleichbar mit Einwohnern ohne eigenen Besitz, wie Arbeiter, Tagwerker oder Hirten.

Inwohner ... Untermieter

Kirchenvater ... wurde aus der Kirchengemeinde gewählt und verwaltete die Güter und Einkünfte der Kirche. Hatte die Aufsicht über die zur Kirche
                        gehörenden Gebäude und besorgte die Einsammlung und Einteilung der Almosen.
                        Man pflegte dazu angesessene und bekanntlich redliche Leute zu nehmen die ohne Besoldung dienten.

Klafter ...
1 Klafter (Klft.) = 6 Fuß = 1,896 484 m ==► 1 Fuß = 316 mm

Kleinhäusler ... ist der Name für Besitzer von Achtellehen => siehe Lehen

Kooperator ... Kaplan

Latein-Lexikon für Ahnenforscher ... zusammengestellt von Peter Peine

Lehen ... ein vom Lehnsherr an einen Vasallen (Lehensempfänger, Lehner, Lechner) verliehenes „Lehnsgut”.
              Hatte ein Vater beispielsweise 2 Söhne, von denen er keinen benachteiligen wollte, teilte er sein (Ganz-) Lehen unter ihnen auf.
              So kam es zu Halblehen, nach einer weiteren Teilung zu Viertellehen bzw. Viertellehnern, usw.
              Achtellehen werden auch als Kleinhäusler bezeichnet. Wurden zwei Lehen in einer Hand vereinigt, sprach man von „Zwielehner”.

Leutgeb ... Der Name kommt vom mittelhochdeutschen lît-hûs. Lît ist ein Obst- oder Würzwein, der im lîthûs ausgeschenkt wird.
                Der lîthûser - durch die Sprachentwicklung zu Leutheusser diphtongiert - ist also ein Schankwirt.
                Es gibt den Namen auch als Leutheuser, Leuthäuser, Leithäuser, Leuthäusel und Leithäusl, aber auch als Leutgeb(er) und Leitgeb(er).
                Mittelhochdeutsch: geben = ausschenken.

Patzenhäusl ... Ein aus Lehmpatzen errichtetes Haus. Lehmpatzen sind Lehmziegel aus einer mittelfetten Mischung von Lehm, Stroh und Wasser.
                       „Patzen” nennt man das Werfen des Lehms in eine Holzform.

Reinthal / Reintal ... Bei der ersten urkundlichen Nennung im Jahre 1188 hieß der Nachbarort „Riental” und später auch Reyntal.
                             Auf einem Liechtensteinischen Teilungsvertrag aus dem Jahre 1570 erstmals „Reinthall”.
                             Fortan wurde der Ort mit „th” geschrieben. Ein paar Jahrhunderte später (1964) erinnerte man sich der ursprünglichen
                             Schreibweise und änderte die Schreibweise in „Reintal". Daher mal mit und mal ohne „th”

Schaffler, Schafflerhof ... Schäfer, Schafmeister, Schafhirt, Schäper / Schafhof

Tennsteher (Drab) ... 1845 Josef Hofmeister (Haus № 23)
                                 ein hoher fürstlicher Diener, der meist auf dem Gang wartend selbst auf das allerkleinste Anzeichen des Fürsten sofort reagierte.

Vogtholder ... ein Untertan (Leibeigener), der wegen seiner geliehenen Grundstücke einem Vogt zu gewissen Pflichten, besonders aber zur Treue und
                 zum Gehorsam verpflichtet war. In Bernhardsthal gab es 5 vizedomische* Vogtholde (№ 79, 81, 94, 107 und ?) die der Kirche dienten
                 und der Liechtensteinischen Herrschaft angevogtet waren.
                 * Vicedominus war der Amtstitel eines Stellvertreters und Statthalters von weltlichen und geistlichen Fürsten

Symbole
                    * geboren   † gestorben 
∞ verheiratet (∞1 ...1. Ehe, ∞2 ...2. Ehe, ...)  ● Denkmal, Wegkreuz, Geschichte,... ●

 

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Einleitende Informationen und Daten zusammengestellt von Friedel Stratjel, bearbeitet von Dieter Friedl -
- wobei ich mehr Wert auf familiäre Zusammengehörigkeit als auf tatsächliche Grundbucheintragungen legte !
 

Falls Du zu Deiner oder zu einer Dir gut bekannten Hausnummer und Besitzerreihe etwas zu korrigieren oder zu ergänzen weißt,
dann schick mir bitte eine Mail, damit ich diese Sammlung vervollkommnen, ergänzen oder richtig stellen kann.

Vielen Dank im Voraus !

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