Feldsberg [Valtice] (im Volksmund: Valčice)

Detail-Informationen zu den Sehenswürdigkeiten, Marterln, Bildstöcken, Wegen, ...
sowie Örtliches und Geschichtliches

liegt in Südmähren an der Bahnlinie Lundenburg-Znaim [Břeclav-Znojmo] und gehört zum Kreis Lundenburg [Okres Břeclav] bzw. zur Region Südmähren [Jihomoravský kraj].
Bis 1919 gehörte Feldsberg zu Niederösterreich, wurde im Friedensvertrag von St. Germain jedoch der neu gegründeten Tschechoslowakei zugesprochen.
Im Herbst 1938 wurde Feldsberg nach dem Münchner Abkommen wie das umliegende, zumeist deutsch besiedelte Gebiet gegen den Willen der Tschechoslowakei an das Deutsche Reich angeschlossen.
1945, nach dem Ende des 2. Weltkriegs, wurden die Grenzen von 1919 wiederhergestellt und die hauptsächlich deutsch sprechende Bevölkerung in den Jahren 1945/46 aus ihrer Heimat vertrieben.
Bis 1938 war Feldsberg auch die Hauptresidenz der Fürsten von Liechtenstein welche auch die größten
Arbeitgeber waren.

Es gab die Schlossverwaltung, den Park, die Schlossgärtnerei, die Kellerei und den Weinbau;

3 Liechtenstein'sche Gutshöfe:
den Meierhof in Feldsberg, wo Ackerbau, Viehzucht und Milchwirtschaft betrieben wurde;
den Theimhof (heute Föhren-Hof [
Boří dvůr] ) mit Ackerbau und Viehzucht;
den Neuhof:
[Nový dvůr] mit Pferde- und Rinderzucht;

die Liechtenstein'sche Forstwirtschaft im Theimwald;

die Teichwirtschaft im Steindamm-, Bischofwarther-, Mitter- und Mühlteich, nebst einer Vielzahl kleinerer Teiche, die aber meist nur zur Anzucht verwendet wurden.

Zu Feldsberg gehört der heute schon in Vergessenheit geratene Ortsteil „Samstagstadt“ (benannt nach dem am Samstag abgehaltenen Markt, heute erinnert nur mehr die Straße „Sobotni“ daran) und die Ortschaft Garschönthal [Úvaly] ( Karte von Garschönthal auf mapy.cz)

Feldsberg (um 1830) / aktueller Stadtplan von Feldsberg


Eisgrub-Feldsberg Areal ( Lednicko-Valtický Areál) Wanderwege in die tschechische Umgebung von Bernhardsthal

Kurzabriss der Feldsberger und der Liechtensteiner Geschichte...

spätestens 1043, ab dem ersten Sieg Heinrichs III. über die Ungarn, wurde das Gebiet an bayrische Herren geistlichen und weltlichen Standes verliehen, die Siedler in das Land brachten;
einer dieser Herren der für diese Gegend in Betracht kommt, Richwin, soll in eine Verschwörung gegen den Kaiser verwickelt gewesen sein. Ihm wurden seine Güter aberkannt woraufhin Passau in den Genuss dieses Gebietes kam.

1192 ...   der Passauer Bischof Wolfger (* ca.1140, 1191-1204, † 23.1.1218) tauscht mit Wichard von Seveld (Sefelt, Seefeld; ein vermutlich bayrisches Adelsgeschlecht) den Ort „castrum Veldesperch“ und 12 königliche Lehen gegen ein Gut zu Gnas. Wichard von Seveld wurde danach Truchsess von Feldsberg „Dapiferi de Veldesperch“;
1193 ...   wird auf dem Reichstag zu Regensburg der Tauschvertrag von Kaiser Heinrich VI. bestätigt
1192 – 1227 ...   erbauen die Seefelder eine mächtige Grenzfestung, in deren Vorburg die Stadt Feldsberg entsteht
1221 ...   stirbt Wichard und sein Sohn Chadold (Kadolt) übernimmt die Geschäfte
1227 ...   kommt der Minnesänger Ulrich von Liechtenstein am letzten Tag seiner „Venusfahrt“ zu einem Turnier nach Feldsberg
1270 ... mit Albero, dem Sohn Kadolts, stirbt die männliche Seefeld-Veldesperch Linie aus; aus seiner Ehe mit Gisela von Orth (Traunsee) blieben 6 Töchter, die man mit den vornehmsten Familien des Landes vermählte, wodurch der Besitz in 6 Teile aufgeteilt wurde:
    Alheid ∞ Heinrich IV. „der Eiserne“ von Kuenring (Chuenring, †1286), ∞2 Katharina von Neuhaus - keine Kinder,
Agnes ∞ Leutold von Kuenring (Heinrichs älterer Bruder, *1243 †1312) - Kinder: Jans (Johann, *1302 †1348) und Leutold II. (*1308 †1348)
Elsbeth ∞ ? von Rauhenstein, ∞2 Ulrich II. von Pilichdorf, ihr Enkel Albero II. († 1354) blieb kinderlos. Der Besitz ging an die Basen Elsbeth und Agnes:
           Elsbeth ∞ ? von Puechheim; Agnes ∞ ? von Potendorf.
Gisela ∞ Ortlieb von Winkel,
Tuta ∞ Gerhard von Obřan, einem mährischen Edlen, und
Diemut ∞ Dietrich von Rohrau, ∞2 Hertnid von Stadeck.
1286 ...   gründet Heinrich IV. von Kuenring ein Minoriten-Kloster (Franziskaner-K.) vor der Stadt
1312 ... Otto von Feldsberg bezeugt bereits als Stadtrichter eine Urkunde
1347 ...   verkaufen Leutold II. und Johann von Kuenring ihren Teil an die Potendorfer
1358 ...   erhält Johann I.. von Liechtenstein „Hanns, der Gewaltige Hofmeister“ (Sohn von Hartneid II.) von Herzog Albrecht den freigewordenen Besitz Potendorf
1388 ...   erwirbt Johann I.. von Liechtenstein den Anteil des Hans von Puchheim
1391 ...   am 20. Februar erwirbt Johann I.. von Liechtenstein mit seinen Brüdern Georg († 1398) und Hartneid IV. „der Jüngere“, Herr zu Rosenperg († um 1395) durch Kauf von Friedrich von Potendorf 2/3 der Burg und Stadt Feldsberg, den Rest erhält Johann I. durch seine 3. Heirat mit Elsbeth von Puechheim († 21.10.1408).
1395 ...   am 1. Februar geht das ganze Gut, die Burg und Stadt Feldsberg in den Besitz der Liechtensteiner
1397 ...   am 14. März stirbt Johann I. von Liechtenstein, Herr zu Nikolsburg und Feldsberg
1410 - 1440 ...   während der Hussitenkriege wird Feldsberg mehrmals ausgeplündert und niedergebrannt
1414 ...   das Liechtenstein'sche Urbar gibt erstmals Auskunft über Besitz, soziale Verhältnisse, Namen und Dienste (in deutscher Sprache verfasst)
Heinrich V. (3. Sohn von Hartneid III., „dem Älteren“, † um 1418), Christoph II., Herr zu Liechtenstein und Nikolsburg (1. Sohn von Heinrich V., † 1445) und
Georg III., Herr zu Liechtenstein (2. Sohn von Heinrich V., † 1444)
1453 ...   führt der Teilungsvertrag innerhalb des Hauses Liechtenstein zur Nikolsburger- und Feldsberger-Linie
1463 - 1471 ...   Kriege zwischen Ungarn und Böhmen - durch die unsagbaren Kriegsgräuel rund um Feldsberg verödeten die Orte Alach, Geltschein, Potendorf und Königsbrunn,
Johann V. (Sohn von Georg III., † 1473)
1463 - 1487 ...   Wiederaufbau des durch die Hussiten zerstörten Minoritenklosters, Heinrich VII. „der Lahme“, Herr zu Feldsberg (Sohn von Georg III., † 1483),
Georg V. (Sohn von Georg III., † 1484)
1487 ...   wird das fertig gestellte Minoritenkloster und von Franziskaner-Mönchen bezogene Kloster zum Franziskaner-Kloster
16. Jh. ...   Hintertalen-Wasserleitung
1504 ...   kommt es zur Erbeinigung, der gesamte Liechtenstein'sche Besitz wird auf drei Hauptlinien - die Steyregger-, die Nikolsburger- und die Feldsberger-Linie - aufgeteilt
Hartman I. von und zu Liechtenstein, Herr von Feldsberg (Sohn von Georg V., * 1480 † 1539)
1526 ...   fallen Böhmen und Mähren an das Haus Habsburg
1529 ...   wird das vor der Stadtmauer gelegene Franziskaner-Kloster von einer türkischen Streifschar zerstört
1541 ...   verlässt infolge der Reformation der letzte Franziskaner das notdürftig instand gesetzte Kloster, woraufhin es zur Gänze verfällt
1544 ...   Kirchenvisitation - die Liechtensteiner sind evangelisch, die katholische Kirche und Pfarre in einem desolaten Zustand
Georg Hartmann von und zu Liechtenstein, Herr von Feldsberg (Sohn von Hartman I., * 1513 † 12. 7.1562)
Hartman II. von und zu Liechtenstein (Sohn von Georg Hartmann, * 6. 5.1544 † 5.10.1585 in Eisgrub)
1570 ...   Gründung des Ortes Bischofswarth, wo sich, vor den Türken geflüchtete Kroaten ansiedeln
gemäß einem Vertrag besitzt Hartman II. die Landgüter Feldsberg, Garschönthal, Ober-/Unter-Themenau, Bischofswarth
und später auch Herrenbaumgarten und Eisgrub.
Karl I. (Sohn von Hartman II., * 1569 † 12.2.1627) ... Fortsetzung der Liechtenstein'schen Linie

1599 ...   Karl I. wechselt zum katholischen Glauben, im Zuge der Gegenreformation wird auch die Bevölkerung wieder katholisch / 1600 verlässt der letzte evangelische Pfarrer die Stadt
1605 ...   wird die Stadt von den Truppen des Kaiser-Gegners, des ungarischen Fürsten Bocskai vergeblich belagert, Karl I., der an der Seite des späteren Kaisers Mathias kämpft, wird dafür 1608 in den Fürstenstand erhoben und an die erste Stelle der österreichischen Fürsten gestellt.
1605 ...   kommen auf Anregung Karl I. die Barmherzigen Brüder in die Stadt, welche hier ihr erstes Kloster in Mitteleuropa gründen
1606 ...   am 29. September schließt Karl von Liechtenstein mit seinen Brüdern Gundakar und Maxmilian einen Vertrag, nach welchem das Feldsberger Gut von allen Brüdern gemeinsam verwaltet und der Herrscher immer der Erstgeborene (Primogenitur, Erbfolge des Erstgeborenen) werden sollte; von dem Grundbesitz wurde somit Fideikommiss gebildet.
1612 ...   Wasserleitung von den Quellen am Raistenberg
1618 - 1648 ...   bleiben auch Ort und Umgebung vom „Dreißigjährigen Krieg“ nicht verschont
1631 - 1671 ...   Bau der Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ unter Fürst Karl Eusebius von Liechtenstein
1660 ...   wird im Auftrag von Fürst Karl Eusebius von Liechtenstein östlich von Feldsberg der Föhrenwald [Boří les] angelegt, vorhandene Tannen und Fichten werden durch Kiefern ersetzt
1679 – 1680 ...   wird Feldsberg von der Pest heimgesucht
1683 ...   zieht ein Teil der polnischen Hilfstruppen unter König Johann Sobieski durch Feldsberg, um Wien zu helfen, das von türkischen Heeren umlagert war
1704 & 1705 ...    wird die Stadt von ungarischen Kuruzen bedroht
1712 ...   ist der Wiederaufbau des Klosters und der Franziskaner-Kirche abgeschlossen
1740 - 1748 ...   Österreichischer Erbfolgekrieg / 1. Schlesischer Krieg (1740-42) ... im Winter 1742 drangen die Preußen über Südmähren bis nach Feldsberg vor
1760 ...   ist der Umbau der Burg zum Schloss Feldsberg in der heutigen Form abgeschlossen
1763 ...   am 11. Oktober fallen 90 Häuser einschließlich dem Rathaus einem Großbrand zum Opfer (beinahe die Hälfte aller Feldsberger Häuser)
1781 ...   wird von Kaiser Josef II. die Leibeigenschaft aufgehoben
1790 - 1812 ...   unter dem Liechtenstein'schen Baudirektor Joseph Hardtmuth entstehen zahlreiche historische Gebäude
1792 - 1815 ...   Koalitionskriege (Napoleonische Kriege)
1798 ...   im Dezember ziehen russische Truppen unter Alexander Wassiljewitsch Suworow, vom russischen Zaren Paul I. zur Hilfe Österreichs entsandt, durch die Stadt nach Italien
1801 ...   brennen 87 Häuser (und mit Hausnummern versehene Presshäuser) nieder. Das Haus mit der № 48 ist eines der wenigen Bürgerhäuser, das schadlos davonkommt
1803 ...   das Franziskanerkloster wird aufgelassen und die Kirche abgerissen. Das Gebäude wird auf Veranlassung des Fürsten Alois ein Erziehungshaus.
1805 ...   am 15. November marschieren Napoléon Bonaparte's Truppen durch Feldsberg in Richtung Nikolsburg und Brünn
am 2. Dezember 1805 siegt Napoleon in der berühmten „Dreikaiserschlacht“ bei Austerlitz (Slavkov)
am 6. Dezember beginnen Friedensverhandlungen im Schloss Nikolsburg, die von österreichischer Seite von Johann I. Josef von Liechtenstein geführt werden, Kolonnen von österreichischen und russischen Gefangenen marschieren nach dieser Schlacht durch Feldsberg. Bis zum 8. Jänner 1806 werden 11.622 Männer und 5.101 Pferde im Ort untergebracht.
1809 ...   vom 9. Juli bis 14. Oktober (Frieden von Schönbrunn) wird Feldsberg vom französischen General Louis-Nicolas Davout besetzt.
1812 - 1818 ...   der Liechtenstein'schen Baudirektor Joseph Kornhäusel setzt die Bautätigkeit seines Vorgängers fort
1841 ...   Stadttore und Türme werden abgetragen und die Stadtmauer bis zur Hälfte reduziert
1848 ...   im Zuge der Märzrevolution macht Fürst Metternich auf seiner Flucht aus Wien Station in Feldsberg, wo er nach Protesten von Stadtrat und Bürgern schon bald weiterreist
am 7. September kommt es zur Bauernbefreiung, Naturalrobot und Zehent werden abgeschafft
1850 ...   am 1. Juli wird ein Bezirksgericht und Steueramt errichtet, die zugehörigen Gemeinden waren...
Bernhardsthal, Bischofswarth [Hlohovec], Drasenhofen, Falkenstein, Feldsberg-Stadt [Valtice-mesto), Garschönthal [
Úvaly], Guttenbrunn, Hadersdorf, Hausbrunn, Herrnbaumgarten, Katzelsdorf, Lichtenwarth, Oberthemenau [Charvatska Nova Ves], Ottenthal, Poysbrunn, Poysdorf, Rabensburg, Reinthal, Schrattenberg, Themenau [Poštorna], Walterskirchen, Wetzelsdorf und Wilhelmsdorf;
bis 1854 ist die Bezirkshauptmannschaft in Poysdorf, die in Feldsberg eine Expositur hat
1854 ...   Gerichts- und die politische Macht werden erneut zusammengeführt und im Sitz jedes Bezirksgerichtes ein gemischtes politisch-gerichtliches Amt errichtet.
In Feldsberg gibt es dieses Amt bis 1867
1866 ...   der Deutsche Krieg (Preußisch-Österreichischer Krieg) bringt Preußen und Cholera nach Feldsberg
1868 ...   die Verwaltung kehrt erneut zur Trennung der politischen und der Gerichtsmacht zurück, politische Hauptmannschaften und Bezirksgerichte werden neu installiert,
Feldsberg gehört nun zur politischen Hauptmannschaft in Mistelbach. Daraufhin setzt sich das Bezirksgericht von Feldsberg folgendermaßen zusammen...
Bernhardsthal, Bischofswarth [Hlohovec], Drasenhofen, Falkenstein, Feldsberg-Stadt [Valtice-mesto), Garschönthal [Úvaly], Guttenbrunn, Hausbrunn, Herrnbaumgarten, Katzelsdorf, Ketzelsdorf, Klein-Hadersdorf, Klein-Schweinbarth, Lichtenwarth, Oberthemenau [Charvatska Nova Ves], Ottenthal, Poysbrunn, Poysdorf, Rabensburg, Reinthal, Schrattenberg, Steinabrunn, Stützenhofen, Themenau [Poštorna], Walterskirchen, Wetzelsdorf und Wilhelmsdorf;
1872 ...   am 29. Dezember fährt auf der neuen Eisenbahnstrecke Lundenburg - Feldsberg- Grusbach an der Jevišovka - Znaim [Breclav – Feldsberg - Hrušovany na Jevisovkou - Znojmo] der erste von der Lokomotive Thaya gezogene Zug;
1873 ...   Weinbau-Fachschule
1885 ...   Volkskindergarten in der Samstagstadt
1887 ...   Rathaus im Neurenaissancestil
1901 ...   Neue städtischen Wasserleitung. Das Wasser kommt über natürliches Gefälle aus einer Entfernung von 6-7 km vom Gemeindegebiet Drasenhofen.
Gleichzeitig wird auch die Kanalisation und als Abfluss zum Steindammteich der Stadtgraben errichtet. Durch diesen tiefen Graben werden die Schwemmfelder, ein ehemals sumpfiges Gelände, entwässert und zu fruchtbarem Ackerland;
im Dezember wird das Kaiser-Franz-Josef-Jubiläums-Kinderasyl, das Platz für 200 Waisen bietet, eingeweiht.
 1902 / 03 ... am 8. Juli 1902 wird der Friedhof an der Straße nach Eisgrub [Lednice] eingeweiht. 1903 finden die ersten Bestattungen statt.
1908 ...   Liechtenstein'sches Jubiläumsspital
1912 ...   Städtisches Schwimm- und Wannenbad
1914 - 1918 ...   der Erste Weltkrieg fordert fast 100 Gefallene und Vermisste
1915 ...   Städtisches Elektrizitätswerk und Straßenbeleuchtung
1919 ...   der Friede von St. Germain legt Österreichs Grenzen fest...
Neben der Herauslösung Böhmens, Mährens und Österreichisch-Schlesien aus dem Kaiserreich Österreich müssen am 31. Juli 1920 auch 2 Gebiete Niederösterreichs an die Tschechoslowakei abgetreten werden:
*      das Gebiet um Feldsberg [Valticko] mit den Orten Feldsberg [Valtice], Bischofswarth [Hlohovec], Garschönthal [Úvaly], Unterthemenau [Poštorná] und Oberthemenau [Charvátská Nová Ves];
*      das Gebiet nördlich von Weitra im Waldviertel [Vitorazska] mit den Orten Unterwielands [České Velenice], Rottenschachen [Rapšach], Witschkoberg [Halámky], Tannenbruck [Trpnouze], Schwarzbach [Tušť], Beinhöfen [Dvory nad Lužnicí], Gundschachen [Kunšach], Erdweis [Nová Ves nad Lužnicí], Abbrand [Spáleniště], Zuggers [Krabonoš], Sofienwald [Žofina Hut], Weissenbach [Vyšne] und Naglitz [Nakolice] / Quelle
    in beiden Fällen ist primär ausschlaggebend, dass die bestehenden Eisenbahnlinien der Tschechoslowakei zugehören;
1920 ... am 1. August wird Feldsberg von den Tschechen besetzt
1930 ...   die Westmährische Elektrizitätswerke AG (1911 als Oesterreichische Elektrizitätslieferungs AG - Rossitzer Elektrizitätswerke in Brünn gegründet) übernimmt die Stromversorgung
1935 - 1938 ...   Ausbau einer Befestigungslinie mit Bunkern, Panzersperren und Stacheldraht, wobei nur Tschechen beschäftigt werden
1938 ...   das Münchener Abkommen / der Münchener Verrat ... deutschsprachige Gebiete der Tschechoslowakischen Republik werden Deutschland zuerkannt
am 6. Oktober marschieren deutsche Truppen in Feldsberg ein
1939 - 1945 ...   der Zweite Weltkrieg
1945 ...   Einmarsch der russischen Truppen. Die Tschechen nehmen Feldsberg wieder in Besitz, die „Austreibung der Deutschen“ beginnt
1945 - 1948 ...   kommt es zu einer verhältnismäßig großen Bevölkerungs-Bewegung. Einige Ansiedler kommen mit einem aufrichtigen Verlangen ein neues und ständiges Heim hier zu bilden, eigenen Boden und eigenes Haus zu gewinnen, die auch dementsprechend handeln und arbeiten. Einige aber verfolgen rücksichtslos nur ihren persönlichen Nutzen, wirtschaften schlecht mit dem zugeteilten Boden und verlassen mit leicht erworbenem Gewinn Feldsberg.
1946 ...   am 24. Oktober ist die Vertreibung von insgesamt 2,7 Mio. Sudetendeutschen abgeschlossen
1948 ...   beherbergt Feldsberg 14% der ursprünglichen Bevölkerung, 86% sind Neuankömmlinge
am 25. Februar findet die Machtergreifung durch die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei statt, die nicht nur für Feldsberg eine große Wende bringt sondern auch für die nächsten 41 Jahre die Zukunft der gesamten tschechischen Gesellschaft bestimmen sollte.
1989 ...   die samtene Revolution... [sametová revoluce, slowakisch nežná revolúcia] ... Details unter Tschechien


Schloss Feldsberg [Zámek Valtice]        Bilder © Jan Halady

Allgemein...
Das Schloss wurde an Stelle eines älteren, seit dem 13. Jh. im Besitz der Familie Liechtenstein befindlichen Schlosses im Barockstil Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut. Bauherr war vermutlich Fürst Karl Eusebius von Liechtenstein. Die ursprünglichen Entwürfe stammen von führenden Architekten wie Giovanni Giacomo Tencalla, Francesco Carrati,
Andreas und K. Erno, Antonio Erhard Martinelli, Anton Johann Ospel, die Erweiterungen im hochbarocken Stil von Johann Bernhard Fischer von Erlach. Einige Säle und Räume, die zum Teil restauriert wurden, sind reich an Wandschmuck im Barockstil. Am sehenswertesten sind der Spiegelsaal, die Gemäldegalerie, die Schlosskapelle und der kleine Salon des Prinzen Karl. Viele Räume sind mit Deckenfresken geschmückt. Das Schloss wird umgeben von einem Natur- und Landschaftspark, in dem sich wertvolle dekorative Bauten befinden, unter ihnen die 1832 erbaute mächtige Kolonnade mit korinthischen Säulen und der Diana-Tempel (1812), auch Rendezvous genannt, der an einen römischen Triumphbogen erinnert. Seit der entschädigungslosen Enteignung der Familie Liechtenstein im Jahr 1945 ist das Schloss im Besitz des tschechischen Staates. 1950 wurde das Schloss erstmals für Besucher geöffnet.
Die Kellergewölbe des Feldsberger Schlosses beherbergen einen sehr berühmten Weinkeller, wo jährlich neu prämierte Weine (mit dem Siegel „Salon“) zur Verkostung und zum Kauf angeboten werden.
Das vor kurzem erst renovierte Schloss zählt zu den schönsten Barockschlössern Tschechiens und wurde, zusammen mit dem Schloss Lednice [Eisgrub], 1996 in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen.

Schloss außen...
Das zweistöckige Barockschloss hat eine abgeschlossene Zentral- und Vierflügel-Planung, die einen quadratischen Hofplatz umringt. Es ist diagonal, mit dem Eingangsportal Richtung Nord-Osten, angelegt. Im Norden, vor dem Schloss, befindet sich der Ehrenhof. Hier wurden die ebenerdigen und einstöckigen Gebäude für Pferdestall und Reitschule zugebaut. Von den einstigen Gebäuden sind heute noch die Spanische Reitschule mit den abtrennenden Groteskplastiken und die Winterreitschule erhalten geblieben und dienen zurzeit verschiedenen Gesellschafts-Veranstaltungen. Durch ein reich dekoriertes Zentralportal, über dem sich ein viereckiger Turm befindet, betritt man das Schloss.

Schloss innen...
Zur Besichtigung ist nur das l. Stockwerk des Schlosses freigegeben. Es ermöglicht einen kleinen Einblick in das Leben des begüterten Adels in der Zeit des Barocks. Die Innenräume wurden in Form einer freien Rekonstruktion erneuert. Sie umfassen insgesamt 17 Zimmer, eingerichtet im Stil des Barocks und des Rokokos. Die Decken sind mit goldenen Stucken und herrlichen Gemälden ausgestattet.
Die Führung beginnt mit dem Marmorsaal (ehemaliger Speisesaal) mit weißen Rokoko-Möbeln und einer Sammlung von orientalischem Geschirr. Der Luster ist eine Triton-Plastik, dessen Zunge aus dem Nasenbein eines Sägefisches stammt.
Es folgt der Gesellschaftssaal, früher auch als Kaisersaal bezeichnet, mit einem vorgeschobenen kleinen Salon. Das Deckengewölbe sind mit griechischen Göttern ausgeschmückt.
Das Boudoir mit einem Rauchersalon war für Herren bestimmt. Am Deckengewölbe sehen wir Hephaistos, den Gott des Feuers und der Schmiede, welcher der Göttin Athene Waffen übergibt.
Der Tanzsaal ist der größte Repräsentationsraum des Schlosses. Die Wände sind mit einer Marmorimitation mit vergoldeten Musikinstrumenten geschmückt. Die Möbelstücke stammen aus der Rokokozeit, die Luster sind aus böhmischem Kristall gefertigt.
Drei weitere Salons, der Gelbe-, der Rote- und der Grüne- Salon, werden durch eine besondere Farbenkomposition geprägt. Im Gelben Salon sind idealistische und Phantasie erregende Landschaftsmalereien vom Holländer Hans de Jode. Sie stammen aus dem 17. Jh. Die Sammlung wird durch chinesische Vasen ergänzt. Der rote Salon wurde, wegen des Deckengemäldes mit den Göttern des Olymp, auch Olympiasalon genannt. Die Wände sind mit rotem Brokat bezogen, die orientalischen Vasen mit goldenem Dekor verziert. Der grüne Saal wurde, nach der Deckenszene mit Agamemnon, auch Troja-Saal genannt.
Die Südecke des Schlosses wird vom Saal der Vorfahren dominiert. Die Deckengemälde zeigen ein Sinnbild von Wissenschaft und Kunst, auf der gegenüberliegenden Seite „Schwelgerei - Trunksucht“. Die Portraits stammen aus der Repräsentationssammlung der Familie Liechtenstein und zeigen Josef I. Johann Adam und Johann Adam I. Andreas von Liechtenstein.
Der Ecksalon des Prinzen Karl ist dem Andenken von Karl VI., Vater von Maria Theresia gewidmet, der eine Nacht hier verbrachte. Die Französische Kästchen, verziert mit vergoldeter Bronze, sind Höchstleistungen der damaligen Handarbeitskunst.
An den Wänden eines langen Ganges hängen die Portraits römischer Kaiser. Abgebildet sind hier Nero, Titus, Villtelius und Gaius Julius Caesar.
Von der künstlerischen Warte ist die Schlosskapelle in der Westecke der bemerkenswerteste Raum im ganzen Schlossgebäude. Sie verfügt über eine reiche Stuck- und Malerverzierung und die Wände sind mit Marmor verkleidet. Die hervorragende Akustik wird oft für Musikproduktionen benutzt.
In der Nordwestfront befinden sich das Fürstenarbeitszimmer, das Spiegelkabinett, eine barocke Gemäldegalerie, ein Schlaf - und ein Empfangszimmer.
In der Nähe der Kapelle befindet sich das herrlich verzierte Spiegelkabinett, welches mit Spiegeln in vergoldeten Rahmen ausgekleidet ist. Die Büste ist eine Replik des Kopfes des Philosophen Seneca, die Deckengemälde veranschaulichen den Morgen und die Morgenwäsche der Göttin Aphrodite.
Das Deckengemälde im Arbeitszimmer der Fürstin ist ein Sinnbild des Abends, an vorderster Stelle die Ankunft der Königin Kristine in Rom. Der Arbeitstisch und die Schränkchen sind mit Elfenbein verkleidet. Beide Räume, Spiegelkabinett und Arbeitszimmer, gehörten zur Residenz der Fürstin.
Die Gemäldegalerie beherbergt 29 Gemälde, Landschaftsmalerei sowie Szenen aus dem Leben. Sie sind der Rest einer Sammlung aus der Zeit der Romantik, die Ende des 2. Weltkrieges vernichtet wurden. An der Decke befindet sich das größte Gemälde „Göttin Diana kehrt von der Jagd zurück“. Das Gemälde von G. Liebalt „Leben mit Trophäen“ ist eines der ältesten Bilder Europas das sich mit dem Thema Jagdtrophäen beschäftigt.
Das Fürsten-Schlafzimmer ist vom Bett geprägt. Es war auch typisch für die Barockzeit, dass hier der Fürst seine Besuche empfing und seinen Schlosszeremonien nachging. Die Deckenbemalung stellt die Allegorie des Frühlings dar.
Das daran anschließende Empfangzimmer diente Gästen und Besuchern. Aus den Fenstern hat man einen wunderschönen Ausblick auf die umliegende Landschaft.

Schlosspark...
Das geräumige Schlossgelände entstand durch den Umbau der gotischen Burg in den Jahren 1643 – 1730. Vier Seiten des Schlosses umgeben einen geräumigen Hofplatz.
Zum Schloss gehören weiters ein kleines Theater, eine Reitschule und ein Pferdestall.
Die Umgebung ist terrassenartig gestaltet und reichlich mit Skulpturen ausgestattet. Der Garten hinter dem Schloss wurde 1727 angelegt und unter Josef Wenzel I. von Liechtenstein in der Mitte des 18. Jh. ausgebaut. Der ebene Teil wurde durch Alleen mit dem englischen Park verbunden, in welchem sich auch ein Obstbaum-Hain, zwei Sommerhäuschen und eine künstliche Grotte (die Hölle) mit einem chinesischen Pavillon obenauf befanden.

Wandert man entlang der rechten Schloss-Seite und überquert man die lang gezogene Terrasse oberhalb der Stadt, gelangt man in den eigentlichen Park. An der Stirnwand des Schloss-Gebäudes befindet sich eine große, leicht hügelige Lichtung. Weiter links, und etwas tiefer am Fußhang gelegen, befindet sich das 1888 errichtete Amphitheater. Das Theater-Gelände ist im oberen Bereich von höheren Sträuchern und Bäumen umgeben, welche auch den Hintergrund für die Sandsteinplastiken mit Szenen aus der Mythologie bilden. In unmittelbarer Nähe befindet sich (heute) ein Tennisplatz.
Der hintere Teil des Parks ist landschaftlich - mit der Natur im Einklang - mit Wiesen, Hügeln und Lichtungen gestaltet. Ein romantisches Element bildet am südlichen Parkende „Die Hölle“, eine künstlich angelegte Grotte auf der sich einst ein chinesischer Pavillon befand. Über den ganzen Park sind wertvolle Holzgewächse verteilt.

Greenways Prag-Wien
Tiree Chmelar Kräutergarten... Links vom Schlosskeller, an der Schloss-Vorderseite, wo sich einst der fürstliche Gemüse- und Kräutergarten befand, gibt es seit dem 29. Mai 2010 den wunderschön angelegten „Tiree Chmelar Kräutergarten“.
Tiree (Caroline) Chmelar (gebürtige Engländerin,
† 20.1.2005 in New York) war die Ehefrau von Lu(bomir) Chmelar (geboren in Zlín, CZ).
Nach der „Samtenen Revolution“ im Jahre 1989 war sie gemeinsam mit ihrem Mann  und einer Gruppe von Enthusiasten wie Jeanne Hillsinger, Věra Filkuková, Radek Nepraš und Daniel Špička Mitbegründerin des „Greenways Prag-Wien“ und des tschechischem Greenways Programms. Ähnlich der „Hudson River Valley Greenways“ - der New Yorker Gouverneur Mario Cuomo erklärte 1994 die beiden Greenways-Projekte offiziell zu Schwestern - wurde dieses Programm konzipiert. Unterstützt wird das Projekt von Menschen, die das gemeinsame Interesse an einer gesunden Umwelt, an der Erhaltung des Kultur- und Naturerbes und an einer schonenden Entwicklung der Dörfer verbindet.
Als Pflanzenliebhaberin, egal ob Blumen-, Gemüse- oder Kräuterpflanzen, war Tiree an der Wiedererrichtung des ehemaligen Kräutergartens sehr viel gelegen. Auch sollte es Feldsberg touristisch ein wenig aus dem Eisgruber Schattendasein holen. Gemeinsam mit der „Mendel Universität für Gartenbau“ in Eisgrub entstand 2005 nach einem Studentenwettbewerb das Konzept des Gartens. Unter Projektleiter Prof. PhD. Premysl Krejcirik gestalteten drei Hochschul-Absolventen - Mirka Svorova, Adam Baros and Jakub Finger - mit Geduld und Begeisterung diese Anlage, deren Erhaltung und Pflege bereits Teil des Lehrplans der Eisgruber Gartenbau Hochschule ist.   siehe auch Bundesdenkmalamt Brünn (Englisch)

Keller

Schloss-Keller [Zámecký sklep]
Er stammt aus dem Jahre 1430 und war der größte der vier Fürstenkeller. Im Jahre 1764 wurden hier 8.000 Eimer (453 Tsd. Liter) Wein gelagert - die Kapazität beträgt 650 Tsd. Liter. Von diesem Keller stammt auch die Bezeichnung der Feldsberger Weine „Schlosswein von Valtice“ („Valtické zámecké“).
Seit seiner Errichtung bis in die heutige Zeit lagern in diesem Keller ausschließlich Rotweine. Unter dem hinteren Teil des Kellers liegen unter Wasser gesetzte Räume, vermutlich ein weiters Geschoss unterirdischer Gänge (ähnlich dem Retzer Weinkeller). In einem Teil des Kellers ist auch die Weingalerie untergebracht.
Der Schlosskeller ist für Besucher zugänglich, Informationen unter „ valvin@vsvaltice.cz “ oder Tel. 0627 - 35 23 29 / 0627 - 35 25 52; Tel. & Fax 0627 - 35 23 30.


Frosch-Keller [Žabí sklep]
Dieser Keller, auch „Žabka“ genannt, diente ausschließlich zur Lagerung von Wein. Sein Fassungsvermögen betrug 2.000 Eimer (rund 113.000 Liter / 1 Eimer = 56,589 l). Heute finden im „Frosch-Keller“ die festlichen Stehempfänge des Feldsberger „Galawochenendes“ statt.

Keller hinterm Ziegelwerk [Za cihelnou]
Auf einer Schraffenkarte aus dem Jahre 1925 sind zwei Ziegelöfen in Feldsberg eingezeichnet. Einer befand sich ein Stück südwestlich des Kreuzkellers,
der andere ein Stück nordöstlich vom Schloss.
Laut Auskunft älterer Feldsberg Bewohner (Ende April 2011) befand sich dieser Keller hinter dem Ziegelofen nordöstlich vom Schloss in der Feldgasse (Polní).


Kreuz-Keller [Křížový sklep]
Im Jahre 1640 war die Obrigkeit gezwungen einen weiteren Keller zu bauen. Der „Neu-Keller“, erst später aufgrund seines Grundrisses „Kreuzkeller“ genannte Keller, hat einen monumentalen 120 m langen Hauptgang der von einem 100 m langen Arm gekreuzt wird. Der Keller fasste 1 Mio. Liter Wein, der in Eichenfässern und in rostfreien Behältern gelagert wird sowie in 300 Tsd. Flaschen zur Reife gebracht wird. An Stelle früherer kleinerer Keller wie „ Za cihelnou“ [Hinterm Ziegelwerk] und „ Žabí sklep“ [Frosch-Keller] wurden auf dem Areal der „Weinkellerei Feldsberg AG“ Klimahallen erbaut und der Kreuzkeller erweitert, wodurch sich heute die Gesamtkapazität auf 6,5 Mio. Liter erhöht hat. Die Feldsberger Weine sind sehr begehrt und werden auch nach Österreich, Böhmen, Schlesien und Polen exportiert.

Alleen

Fürsten- od. Eisgruber-Allee / Bezruč-Allee [Bezručova alej]
heißt die mehr als sechs Kilometer lange, kurz nach 1800 von Lustgärtner Johann Lolla angelegte Linden- und Kastanienbaum-Allee.
Sie führt schnurgerade vom Feldsberger Schloss nach Eisgrub. Sie wurde später nach dem Dichter Petr Bezruč benannt, der diesen Weg in seinem Gedicht Valčice verewigte.
Die Allee gehört zu den historischen Denkmälern Tschechiens.
Wenige Meter nach dem Eisenbahnübergang beim Feldsberger Bahnhof Richtung Eisgrub befand sich zu unserer Linken das Kaiser-Franz-Josef-Jubiläums-Kinderasyl, 50 Meter später sehen wir links durch die Waldlichtung das Belvedere [Belvedér], kurz darauf führt rechts ein Weg zum örtlichen Friedhof und weiter zur Lanštorfer- / Feldsberger-Allee. Ungefähr 3,3km nach der Abzweigung nach Bischofswarth [Hlohovec] quert man den Bischofswarther- (links) und den Mitterteich [Hlohovecký- & Prostředni rybník]. Biegt man nach den Teichen auf die Liechtenstein-Radroute ab, so erreicht man rechts das Teichschlösschen [Rybniční zámeček] am Nordufer des Mitterteichs, und links, am Westende des Bischofswarther-Teichs, das Grenzschlösschen [Hraniční zámeček]. Die Allee endet beim Schloss in Eisgrub.

Rampersdorfer-Allee  [Ladenská alej] / Feldsberger-Allee [Valtická alej] / Lärchen-Allee [Modřínová alej]
heißt die heute rund 8,9 Kilometer lange, gleichzeitig mit der Fürsten-Allee von Lustgärtner Johann Lolla angelegte Lärchen- und Pappel-Allee.
Sie führte einst schnurgerade Richtung Nord-Ost von Feldsberg nach Rampersdorf [Lanstorf, Ladná].
1872 wurde die Allee durch die Bahnlinie getrennt.
Der erste Teil bis zur Bahnlinie setzt sich heute aus der rechts von der Fürsten-Allee [Bezručova alej] abzweigenden Lärchenstraße [Modřínová] und der beim Jubiläums-Spital beginnenden Lärchen-Allee [Modřínová alej] zusammen.
Den zweiten Teil erreicht man
a) über einen Trampelpfad beim Feldsberger Bahnhof, vor dem Bahnübergang rechts die Bahngeleise entlang, über die Bahnbrücke, danach gleich rechts, später links...
b) rechts vorbei am Feldsberger Friedhof, vor der Bahnbrücke links, später links...
kommen wir zur St. Anna Kapelle [Svatá Anna]. Nach etwa 700 Metern zweigt rechts ein Weg zum Dianatempel (Rendez-vous) [Dianin chrám] (1,2km) ab, eineinhalb Kilometer später führt links ein Weg zu den „Drei Grazien [Chrám Tří grácií]“ (1km), halblinks geht's zum „Neuhof [Nový dvůr]“ (1,2km) und rechts zur Hubertus-Kapelle [Svatého Huberta] (700m). 800 Meter weiter führt links nochmals ein Weg zum „Neuhof“ (800m).
2 Kilometer später treffen wir auf die Straße Lundenburg-Eisgrub. Links geht es zum Apollo-Tempel [Appolonův chrám] (1km), geradeaus weiter, nach dem Queren des Radwegs No. 41, endet die nun als Feldsberger-Allee [Valtická alej] bezeichnete Allee im Eisgruber Wald [Lednicky les], südwestlich von Rampersdorf [Lanstorf, Ladná].

Kirchen-Allee [Kostelní alej]
Auf der Lundenburger-Straße (Břeclavská, Straße No. 40, von Feldsberg nach Lundenburg) geht's Richtung Lundenburg zum Ortsende von Feldsberg. Nach den letzten Häusern biegt leicht links ein Weg ab, der uns über die Bahnstrecke Feldsberg-Lundenburg zum Parkplatz beim Dianatempel bringt. Nach dem Queren der Lundenburger-Straße verläuft rechts, parallel zur Straße die Kirchen-Allee welche kurz vor dem Keramikwerk in Poštorná endet.

die Barmherzigen Brüder - Konvent, Kirche und Spital  [Konvent, kostelem (sv. Augustina) & Spital Milosrdných bratři]
1605 auf Bitten von Karl I. von Liechtenstein treffen am 10. Februar die Barmherzigen Brüder, unter ihnen P. Johannes Baptist Savonatius de Cassinetti, in Feldsberg ein. Sie übernehmen das kleine und ärmlich mit 6 Betten ausgestattete „Lazarett zur heiligen Barbara“ (etwa dort, wo sich heute der Chorraum der Klosterkirche St. Augustin befindet)
1659 am 19. August beginnt mit der Ankunft von P. Konstantin Scholz sowie dreier Mitbrüdern eine neue Epoche.

Konvent & Klosterkirche St. Augustin
Die Umstände, dass die Brüder noch immer in Privathäusern wohnen, bewegen Fürst Karl Eusebius von Liechtenstein und seine Gemahlin Johanna Beatrix, geborene von Dietrichstein-Nikolsburg, ein neues Spital mit einem eigenen Konventgebäude für die Brüder zu errichten.
1662 am 17. Juli wird unter Prior P. Constantinus Scholz der Grundstein zum Bau eines eigenen Konventgebäudes gelegt, welches bereits 1668 weiter ausgebaut und aufgestockt wird.
1668 legten vier Brüder ihre Ordensgelübde in Feldsberg ab
1668 wird auch die alte, bereits baufällige Barbara-Kapelle teilweise abgetragen und der Grundstein zur heutigen Kirche gelegt.
1671 am 28. Juni erfolgt die Weihe des neuen Gotteshauses durch den Wiener Weihbischof Jodok von Brendt / Höpffner
1673 werden die beiden Türme errichtet, und 1693 wird der provisorische Dachstuhl der Kirche mit Schindeln versehen
1673 sind acht Brüder in Feldsberg tätig. 1675 werden bereits 15 und 1683 19 Brüder gezählt.
1706 wird Norbert Boccius, bekannt durch seine botanischen Forschungen, zum Klostervorsteher wurde und  bekannt war. Er gründete auch eine chirurgische Schule, welche bis zur Klosterauflösung im Jahre 1854 Adepten für das Krankenhauspersonal ausbildete.
1737 erfolgt die Erweiterung des Musikchors der Kirche, eine neue Orgel wird aufgestellt und viele andere Umgestaltungen erfolgen.
1757 wird das Hochaltarbild, den heiligen Augustinus in der Glorie darstellend, von Johann Cymbal gemalt

1761 sind 29 Brüder im Orden beschäftigt
Das Kircheninnere stammt aus der 2. Hälfte des 18.  Jahrhunderts, bei dem auch der Bildhauer Ignaz Lengelacher mitwirkte.
1872 wird Frater Mariophilus Fülbir, ein Apotheker, Prior in Feldsberg. Neben fortwährenden Renovierungen, die in einem alten Gebäude unvermeidlich sind, können durch die Unterstützung des regierenden Fürsten die beiden Kirchentürme, welche seit 1673 nur Notdächer hatten, um zwölf Meter erhöht und mit Kupfer eingedeckt werden.
Aus dem späten 18. Jh. stammen auch die 18 Bänke mit Schnitzereien an den Stirnseiten, die Kanzel, das Holzkruzifix, die Seitenaltäre und die Leuchter
Die heute an der Außenseite der Kirche stehende Kreuzigungsgruppe befand sich ursprünglich an der Friedhofsmauer im Garten, wo sich auch die Gruftkapelle der Brüder befand.
Beginn 20. Jh. werden mit Unterstützung des Hauses Liechtenstein die kompletten Außenfronten des Klosters, der Kirche und der Türme vollständig renoviert, ferner die ebenerdigen Gänge des Konventgebäudes und des Refektoriums mit Klinkerplatten neu gepflastert und das Hochaltarbild der Kirche vollständig restauriert

1949 zählt der Konvent nur mehr sechs Brüder
1960 der große politische Druck sowie Repressionen veranlassen den Orden Konvent und Spital am 28. April zu verlassen.
2002 erhält der Orden die Klosterkirche wieder zurück

Spital
1668 auch das kleine Spital erhält unter Prior Scholz einen Zubau, und am 27. August 1668 werden die Kranken in das mit zwölf Betten vollkommen neu eingerichtete Spital gebracht.
1675 laut Stiftbrief vom 1. Juli 1675 widmet Fürstin Johanna Beatrix 10.000 Gulden zum Erhalt der zwölf Krankenbetten und ebenso vieler Brüder
1720 werden die Krankenzimmer abermals erweitert und mit größeren Fenstern versehen
1726 sendet Kaiserin Elisabeth Christine eine ihrer Hofdamen mit einem in Wien als bereits unheilbar diagnostizierten Leiden zum Wundarzt und Barmherzigen Bruder Lazarus Nöbel nach Feldsberg. Dieser nimmt einen chirurgischen Eingriff vor, die Hofdame erholt sich binnen kürzester Zeit und kann wieder gesund nach Wien zurückkehren, wo ihre Genesung fast für ein Wunder gehalten wird. Kaiserin Elisabeth Christine spendet daraufhin zum Dank dem Konvent 100 Stück „Species-Dukaten“ und einen prächtigen Ornat.
1727 kann Frater Lazarus Nöbel dem jugendlichen Fürsten Johannes Nepomuk Karl, der ebenfalls als unheilbar krank gilt, das Leben retten.
1751 erfolgt der Einbau eines Quertraktes
1756 hat das Spital 36 Betten
1762 wird unter Prior Matthäus Grimm erneut ein weiterer Trakt errichtet. Hier entsteht auch ein eigener, vom restlichen Spital abgetrennter Bereich für frisch operierte Patienten. Durch diese Maßnahme gelingt es, die postoperative Infektionsrate signifikant zu senken.
1869 modernisieren Frater Dismas Remenarik und sein Oberarzt Frater Johannes de Deo Sobel, der später zum Provinzial gewählt wird, das Spital mit großem Eifer und schaffen in vielen Bereichen Verbesserungen: Die alten Himmelbetten werden aus den Krankenzimmern entfernt, eine Belüftung derselben installiert, die Chirurgie wird mit neuen Instrumenten und diversen Behelfen ausgestattet sowie an den Wissensstand und die Erfordernisse der Zeit angepasst. Die Heilungs- und Operationserfolge sind aufgrund der Neuerungen derart groß, dass man sich zu weiteren Modernisierungen im ganzen Spital ermuntert sieht.
1876 hält das kaiserliche Heer zwischen Feldsberg und Nikolsburg große Manöver ab. Der Konvent hat das Glück, Kaiser Franz Josef I. als Gast im Haus begrüßen zu dürfen. Vom damaligen Provinzial P. Dismas Remenarik und Prior P. Mariophilus Fülbir empfangen, besichtigt der Kaiser das Spital, spricht seine vollste Zufriedenheit aus und überreicht eine Spende von 250 Gulden, welche an Spitalsabgänger, arme und bedürftige Kranke verteilt wird.
1888
am 5. Juni gibt Fürst Johann von Liechtenstein dem Prior Michael Czerny seinen Entschluss bekannt, dass er einen vollständigen Neubau des Spitals errichten möchte.
1890 am 31. Juli erfolgt in Anwesenheit von Konvent, Prior, Provinzial und Fürst Johann die Grundsteinlegung zum Bau des neuen und des in Teilen noch heute sichtbaren Spitals
1892 ist der Bau abgeschlossen und am 30. August erfolgt die feierliche Einweihung
1931 erfolgt ein Zubau und die Errichtung einer gynäkologische Abteilung unter der Pflege der „Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz“ aus Chropyn. Bettenanzahl: 150
1935 am 1. Jänner wird das städtische Spital und an das Spital der Brüder angeschlossen. Bettenanzahl: 300
1949
im Jänner erfolgt die Verstaatlichung des Spitals und bekommt wie alle Gebietskrankenhäuser drei Primariate – Innere Medizin, Chirurgie und Gynäkologie
1954 wird in einem anderen Gebäude eine Kinderabteilung gegründet

Krankenpflegeschule
Norbert Boccius, bekannt durch seine botanischen Forschungen, gründet eine chirurgische Schule, welche Adepten für das Krankenhauspersonal ausbildete.
1746
wird beschlossen, in Feldsberg ein „Professoriat und Unterricht für Chirurgie und Krankenpflege“ zu errichten, der Grundstein für die „Chirurgie- und Krankenpflegeschule“
1791 wird die Krankenpflegeschule in Prag aufgelöst und nach Feldsberg verlegt sowie die dort bereits bestehende Ausbildung in einen zweijährigen Kurs umgewandelt
1854 wird auch die Krankenpflegeschule in Feldsberg aufgelöst

die Barmherzigen Schwestern - Spital  [Spital Milosrdných sester]
Das Spital befindet sich am westlichen Ende der Malá strana (eine Seitengasse der Petra Bezruče).

Belvedere [Belveder]    Bilder © Jan Halady
Nachdem vermutlich zu Anfang des 19. Jh. Fürst Alois I. von dem Obristwachtmeister von Lagendonc den Feldsberger Fuchsberg [Liščí vrch] kaufte, errichtete 1802 Joseph Hardtmuth eine Fasanerie mit den notwendigen Nutzbauten, sowie das später so genannte Belvedere, einen achteckigen hohen Kuppelraum mit je drei Salons zu beiden Seiten. Die Innenräume wurden vom Wiener Dekorationsmaler Langehöffel ausgemalt. 1894 wurde das Belvedere durch ein Feuer zerstört und erst 1928 unter Fürst Johann II., dem Gütigen [Jana II., zv. Dobrotivý] neu errichtet.

Brunnen [kašna]
In der Mitte des Marktplatzes befindet sich ein Springbrunnen des Bildhauers Josef Bayer aus dem Jahre 1816 mit einer Sandsteinplastik eines Mädchens.
Der
Brunnen in der Sklepní ulice [Kellergasse], ca. 200 Meter südöstlich vom Schloss, heiß Neptun-Brunnen.

Dianatempel (Rendez-vous) [Dianin chrám / Rendez-vous]
Er befindet sich im Föhrenwald [Boří les], rechts von der Straße Lundenburg - Feldsberg gelegen und wurde zwischen 1810 und 1812 von Joseph Hardtmuth errichtet;
Er ist in der Form eines antiken Triumphbogens gebaut und war noch von Fürst Alois I. als Treffpunkt für die Parforcejagden vorgesehen. In den Bogenpfeilern befindet sich auf der einen Seite eine Jägerwohnung, auf der anderen Seite ein Stiegenaufgang in den großen Saal, der mit einigen kleinen Salons das ganze Obergeschoß einnimmt. Er wurde 1813 von Michael Rober nach Entwürfen von Joseph Kornhäusel bemalt. Die Plastiken stammen von Joseph Klieber...
an der Vorderseite... einen Faun, den Bacchus Musik lehrend / Diana, einen Hund liebkosend / eine Hetzjagd (ein fliehender Hirsch von Hunden verfolgt) / eine Wildschweinjagd;
an der Rückseite... den schlafenden Endymion / eine Bacchantin / Diana und Aktäon / eine Bärenjagd;'
kurze mythologische Erklärungen:
Faun, Faunus, auch Wolfsgott, altitalischer Gott der freien Natur, Beschützer der Bauern und Hirten, ihres Viehs und ihrer Äcker, sorgt für die Fruchtbarkeit von Mensch und Tier;
Bacchus, die römische Entsprechung des griechischen Gottes Dionysos, Gott des Weines und der Vegetation;
Diana, in der römischen Mythologie die Göttin des Mondes und der Fruchtbarkeit, wurde später der griechischen Artemis angeglichen und so auch zur Göttin der Jagd;
Endymion, in der griechischen Mythologie der König von Elis, seine Eltern waren Aethlios und Kalyke;
Bacchantin, Begleiterin des Bacchus;
Aktäon, Aktaion, griechischer Heros (Held). Sein Vater war der Hirte Aristaios, ein Sohn des Apollo und der thessalischen Nymphe Kyrene. Er wurde von dem Kentaur Cheiron erzogen, der ihn besonders in der Kunst der Jagd unterrichtete;
Leider sind diese Plastiken im Jahre 1945 mutwillig schwer beschädigt worden.
Das Gebälk wird auf der Vorder- und Rückseite von je 4 korinthischen Säulen getragen. Ein Steinrelief, die Jagd der Diana darstellend, schmückt die hohe Attika der Vorderseite, darunter lesen wir die Inschrift „Dianae venatrici eiusque cultoribus“ (Diana, der Jägerin und ihren Verehrern - Johann, Fürst von Liechtenstein 1812).
Auf der Rückseite finden wir in gleicher Höhe die Worte „Has tibi blanda soror Phoebi sacravimus Sedes, intactus semper crescattibi locus honori“ (Dir, liebliche Schwester des Phöbus, haben wir diesen Tempel geweiht. Unberührt wachse immer, Dir zu Ehren, der Hain).
Der Bau wurde der (Jagd-) Göttin Diana gewidmet, daher auch sein Name. Im mittleren Relief befindet sich auch ein Bildnis der Göttin, wo sie auf einem auf einer Säule aufgestellten Thron sitzt.

Drei Grazien [Chrám Tří grácií]    Bilder © Jan Halady
Tempel zwischen Eisgrub und Feldsberg, 1824 von Joseph Franz Engel errichtet. Der Tempel wurde im Halbkreis auf 12 ionischen Säulen erbaut. Davor wurde eine von Johann Martin Fischer aus einem Stück Stein geschaffene Statuengruppe der antiken Göttinnen Athene, Aphrodite und Artemis platziert. In den Nischen der Kolonnade befinden sich die allegorischen Statuen der Künste und Wissenschaften des Tiroler Bildhauers Joseph Klieber aus dem Musentempel in Eisgrub (1807/08 errichtet - 1848 abgetragen).

Föhrenwald [Boři les] siehe auch Föhrenwald in Bernhardsthal
der Föhrenwald hat (berechtigterweise) seinen Namen von der dort zahlreich wachsenden Nadelholzsorte*. Damit allerdings der Waldboden nicht versauert, ist der Wald u.a. ein Gemisch von Föhren, Buchen und Eichen.
In einer Feldsberger Stadtchronik fand ich folgenden Eintrag:
„Im Auftrag Karl Eusebius von Liechtenstein wurde ab 1660 östlich von Feldsberg der Föhrenwald angelegt, indem Tannen und Fichten aus anderen mährischen Gütern des Adelsgeschlechtes durch Kiefern ersetzt wurden.“

Der Föhrenwald beginnt östlich von Feldsberg [Valtice], verläuft Richtung Südosten, vorbei an Lundenburg [Břeclav], und endet bei der Thaya im Nordosten von Bernhardsthal.
Der
nördlich des Theim-Hofs [Boří dvůr] gelegene Teil des Föhrenwalds wird als „Theim-Wald“ und die Waldfläche südlich des Theim-Hofs als „Katzelsdorfer-Wald“ bezeichnet.

* die Kiefern, Föhren oder Forlen (Pinus) bilden eine Pflanzengattung von Nadelholzgewächsen (Pinophyta) in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae).

Das Wort
Kiefer ist vermutlich durch Zusammenziehung von Kienföhre entstanden und erst ab dem 16. Jahrhundert belegt. Als Kien wird das Harz der Kiefer (Kienbaum) bezeichnet, seine Brennbarkeit (es enthält Terpentin) wird beim Kienspan genutzt. Föhre ist in fast allen germanischen Sprachen vorhanden, z.B. im Englischen „fir“ oder „fir-tree“.

Franziskanerkloster [Frantiskansky klaster]
1286 gründet Heinrich von Kuenring an dieser Stelle, außerhalb der Stadtmauern, ein Minoritenkloster
1487 die Hussiten zerstören das Minoritenkloster. Danach wird es wieder aufgebaut und den Franziskanern übergeben.
1529 vorbeiziehende Türken zerstören abermals das vor den Mauern liegende Franziskanerkloster.
1712 ist der Wiederaufbau des Klosters und der Kirche beendet.
1803 wird das Franziskanerkloster aufgelöst und die Kirche abgetragen. Auf Veranlassung des Fürsten Alois wird das Gebäude ein Erziehungshaus.
1873 nimmt in der ehem. Klosteranlage die Weinbau Fachschule den Schulbetrieb auf

Freiheitsplatz [Náměstí Svobody]
Bis zum 19. Jh. standen auf dem Marktplatz lediglich ein Springbrunnen in der Platzmitte und eine barocke Pestsäule vor der Kirche Mariä Himmelsfahrt. Anfang des 20. Jh. wurden 2 große Rasenflächen angelegt und Rosskastanienbäume gepflanzt. In den 50.-er Jahren des 20. Jhdts. kamen die 2 Platanen an den Springbrunnen-Seiten hinzu. Die Form des Marktplatzes und die Fassaden der Gebäude blieben in ihrer ursprünglichen Art erhalten.

Grenzschlösschen [Hraniční zámeček]    Bilder © Jan Halady → siehe Eisgrub [Lednice] → pdf-Datei „Grenzschlössel“
in Bischofswarth [Hlohovec] zwischen Bischofswarther- & Steindammteich (Nimmersatt) [Hlohovecký-rybník & Nesyt] gelegen.

Hubertus-Kapelle [Svatého Huberta]    Bilder © Jan Halady
1847-55 von Johann Heidrich nach Plänen von Georg Wingelmüller errichtet.
Die aus Sandstein gefertigte Kapelle ist ein dreiseitiger Bau, der das Auge des Gottes symbolisieren soll. Sie befindet sich auf einer Lichtung im Föhrenwald [Boří les] auf dem Weg vom Tempel der „Drei Grazien“  zum Tempel der Diana (Rendez-vous). Die St. Hubertus-Statue ist ein Werk von Joseph Högler.

Jagdschlössl → siehe Salettl

Jubiläums-Spital [Jubilejni spital]
1908 wurde das Liechtenstein'sche Jubiläumsspital (Frauenspital) von Dr. Gottfried Marschall eingeweiht. Seit 2007 befindet sich im neu renovierten Gebäude ein Pensionistenheim.

Kaiser-Franz-Josef-Jubiläums-Kinderasyl
auf der Fürstenallee [Petra Bezruče], zwischen der Eisenbahnstation „Feldsberg Stadt“ [Valtice město] und dem Belvedere-Schössl [Belvedér].
1901 (Dezember) wird das Heim mit Platz für 200 Kinder, eine Stiftung der verstaatlichten Kaiser-Ferdinands-Nordbahn, eingeweiht.
1920 wird es zum „Kinderheim der Stadt Brünn“ und 1938 wird als Wehrmachtskaserne zweckentfremdet.
Heute befindet sich hier die Fachlehranstalt der Eisenbahn [odborné učiliště železniční].

Katzelsdorfer-Wald ... Waldwegkarte  pdf-Logo (43 kb)
Die Waldfläche südlich des Theim-Hofs wird als „Katzelsdorfer-Wald“ bezeichnet. Am nordwestlichen Waldrand befand sich einst das Jagdschlössl (Salettl, Gschlessl). Das früher im streng bewachten Grenzgebiet gelegene Wäldchen bietet eine Fülle an Wald- und Wanderwegen, die man mühelos von Reintal oder von Katzelsdorf erreicht.

Neptun Brunnen [Neptunova kašna]    Bilder © Dieter Friedl
Dieser um 1800 errichtete Brunnen befindet sich in der Sklepní ulice [Kellergasse], ca. 200 Meter südöstlich vom Schloss.

Neuhof [Nový dvůr]    Bilder © Jan Halady
Der Neuhof liegt zwischen Eisgrub und Feldsberg und diente ursprünglich der Schafzucht. Es gibt keine Aufzeichnungen, wann der Hof errichtet wurde. Wir wissen nur, dass er 1650 abgebrannt ist und 1809/10 von Joseph Hardtmuth umgebaut (errichtet?) wurde.
1820 gliederte Franz Engel an den, dem Eingang gegenüberliegenden Flügel, einen Rundbau an, der einen Kuhstall mit Marmorkrippen für 20 Kühe einschließt.
Der dem Mühlenteich zugewandte äußere Teil des Baues diente als Altane (offene, von Gebäudeteilen oder Pfeilern getragene Terrasse in oberen Stockwerken) für Ausflugsgesellschaften.
Ende des 19. Jahrhunderts begann man hier erfolgreich mit der Pferdezucht.

Pensionistenviertel
Oft auch Millionenviertel genannt. In der Zwischenkriegszeit siedelten sich an die 50 gut situierte Pensionisten an und ließen sich Villen bauen. Die niedrigen Preise, die angenehme, schöne Umgebung und der Wein sorgten für regen Zuzug.

Pestsäule [morový sloup]
Die Pestsäule gestaltet von  Michael Ignaz Gunst wurde 1680 als Danksagung für das Ende der Pestepidemie im Jahre 1679 errichtet. Obenauf thront auf einer Wolke Jungfrau Maria, auf den niedrigeren Sockeln stehen 4 Statuen: der Hl. Sebastian (von mehreren Pfeilen durchbohrt) - der Hl. Franziskus Xaverius (Schirmherr der Missionare) - der Hl. Rochus und der Hl. Johannes von Nepomuk, welche genau auf die 4 Himmelsrichtungen ausgerichtet sind.

Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ [Kostel Nanebevzeti Panny Marie]
Der Marktplatz ist geprägt von der Pfarrkirche zur Mariä Himmelsfahrt. Erbaut wurde sie in den Jahren 1631 – 1671 unter Fürst Karl Eusebius von Liechtenstein. Als dem ersten Baumeister Giovanni Giacomo Tencalla (aus Bissone in der Schweiz) am 23. Oktober 1638 das Gewölbe eingestürzt war, wurde der Bau abgebrochen und erst 1641 von Andreas Erna (aus Brünn) fortgesetzt. Das Kircheninnere stammt aus dem 18. Jh.. Die Kanzel mit dem Wappen der Liechtensteiner ist wahrscheinlich ein Werk des Italieners F. Farne, der auch den Tabernakel am Hauptaltar schuf. Das Altarbild Mariä Himmelfahrt ist eine gelungene Kopie des Rubens-Gemäldes von Gaetano Fanti. Ein Rubens-Original soll das längliche Bild oberhalb des Hauptaltars sein, welches die Hl. Dreifaltigkeit darstellt. Aus dem Rubens-Malerkreis stammt auch Giovanni Battista Gidoni, von dem die zwei Gemälde „die Anbetung der drei Könige“ und „die Beschneidung Christi“ der Seitenaltäre stammen. Die Altarbilder der hl. Familie stammen von Franz de Neve und aus der gleichen Zeit stammt auch die Statue des Johann Nepomuk von Ignaz Lengelacher.

Das Kirchengebäude ist 48 m lang, 28 m breit und 34 m hoch. Die beiden Kirchtürme sind 60 m hoch.

Raisten-Kolonnade [Kolonáda na Rajstně]    Bilder © Jan Halady
auf der Raisten [Rajstna] oder Homola bezeichneten Anhöhe (291m, auf dem Raistenberg zwischen Schrattenberg und Feldsberg beim Grenzübergang gelegen), zugleich der höchste Punkt des UNESCO-Areals, befindet sich dieser Säulengang den Fürst Johann I. Josef von Liechtenstein als monumentales klassizistisches Bauwerk in den Formen eines antiken Ringhallentempels (Peripteros) errichten ließ. Die Anlage ist  dem Andenken an seinen Vater Fürst Franz Josef I. (*19.11.1726, †18.8.1781) und an seine Brüder Fürst Alois I. (* 14.5.1759, †24.3.1805) und Prinz Philipp Joseph (*2.7.1762, †18.5.-1802) gewidmet.
Baubeginn 1810/11 unter Joseph Hardtmuth, 1913 auf Betreiben von Joseph  Poppelak unter dem neuen Hofarchitekten Joseph Kornhäusel zwischen 1813 und 1817 fertig gestellt. Die Plastiken stammen von Joseph Klieber, der hier vermutlich bis 1823 tätig war. 1907 wurde die Kolonnade erstmals renoviert.
Auf rechteckigem Grundriss erhebt sich diese Säulenhalle mit 24 mächtigen korinthischen Säulen, von denen 8 frei stehen, währen die anderen durch Einbauten verbunden sind. In den an beiden Seiten des Gebäudes erkennbaren Einbauten befinden sich die Stiegenaufgänge, die auf die Terrasse führen.
Die Mitte des Gebäudes bildet in ganzer Höhe die Form eines Triumphtores. An der gegen Feldsberg gelegenen Seite sind in den Nischen die überlebensgroßen Figuren des Erbauers, seines Vaters und seiner Brüder in antiker Kleidung dargestellt. Darüber die Inschrift: „Der Sohn dem Vater, der Bruder den Brüdern“.
An der Gebäuderückseite, nach Süden zu, sind analog den Figuren an der Vorderseite, ebenfalls in Nischen, 4 hohe Vasen angebracht und darüber wieder eine Inschrift:
„Den Manen der Unvergesslichen der einzige überlebende Sohn“ (Manen, von lateinisch dii manes, sind in der römischen Religion (vor allem zur Kaiserzeit) die Geister der Toten, auch einige Umweltgeister. Diese sind meistens feindlich gesinnt und wurden daher mit verschiedensten Opfern und Riten milde gestimmt, sowie als „gute Götter“ (dii manes) bezeichnet.).

Da sich dieser Bau an der Grenze zu Österreich befindet, war während der kommunistischen Zeit auf der Terrasse ein Wachposten der Grenzwache eingerichtet und die Kolonnade der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Erst seit der Wende im Jahr 1989 ist die Kolonnade wieder für Besucher geöffnet und bietet vom Dach aus einen wunderschönen Ausblick auf Nikolsburg [Mikulov], Pollau [Pálava], die Auwälder und Feldsberg.

Rathaus Feldsberg, WidmungRathaus [Radnice]
Das 1887-88 unter Bürgermeister Karl Haussner vom Baumeister Josef Drexler im Neurenaissancestil erbaute Rathaus ist nach wie vor Sitz des Bürgermeisters.
Der wunderschöne Zeremoniensaal ist mit herrlichen Stuckarbeiten verziert.

 ... Die Widmung auf einer Marmortafel im Zeremoniensaal

Salettl (Salet => Salettl, Jagdschlössl => Gschlessl, Kyclovka [„Beim Kycl“])
Jagdschloss mit Försterhaus im Katzelsdorfer-Wald zwischen Feldsberg und Katzelsdorf (Katzelsdorfer Haus Nr. 117). Letzte Aufnahme, vermutlich um 1955.
Unter Fürst Johann I. von Liechtenstein in den Jahren 1811 bis 1817 von Joseph Kornhäusel geplant und errichtet und 1819 von Franz Engel fertig gestellt.
1905 - 1907 erfolgte eine sorgfältige Generalrestaurierung und Sanierung des Gebäudes sowie der Bildhauer-Arbeiten.
1945-53 wurde es vom Förster Michal Kycl bewohnt, der bereits 1938-45 Liechtenstein'scher Förster in Landshut war und nach Kriegsende ins Salettl beim Katzelsdorfer-Wald versetzt wurde. Weil sich das Gebäude im tschechischen Grenzgebiet befand und der Grenzsicherung im Wege stand, wurde Michal Kycl 1953 wieder nach Landshut versetzt und das Gebäude 1955/56 dem Erdboden gleichgemacht. Offizieller Grund für den Abbruch: der desolate Gebäudezustand, was aber laut aktuellen Aussagen von Michal Kycls Sohn nicht stimmt.
Am 17. Juli 2007 konnte Ökonomierat Matthias Hirtl (Katzelsdorf Nr. 69) aufgrund von Überresten (Fundament, Kellergewölbe, Brunnen, usw.) den genauen Standort feststellen.
Wie auf der (tschechisch-sprachigen) Internetseite des Feldsberger Museums zu lesen, wäre man sehr erfreut, wenn sich ein großzügiger Mäzen fände, der dieses Jagdschlössl nach Originalplänen wieder errichtet.

siehe auch
...
Das Jagdschlössl (Salet, Salettl) und Försterhaus im Katzelsdorfer Wald (Berichte, Karten und Bilder) / Katzelsdorfský zámeček a hájovna pdf-Logo, Dieter Friedl 2010

... Das Jagdschlössl (Salet, Salettl) und Försterhaus im Katzelsdorfer Wald / Katzelsdorfský zámeček a hájovna pdf-Logo, Teil 2 / Část 2
       Daniel Lyčka, übersetzt von Dieter Friedl, September 2013

... Das Jagdschlössl (Salet, Salettl) und Försterhaus im Katzelsdorfer Wald / Katzelsdorfský zámeček a hájovna pdf-Logo, Teil 3 / Část 3
       Daniel Lyčka, übersetzt von Dieter Friedl, März 2015 2013

... Info-Tafel beim Jagdschlössel (tschechisch / deutsch) von Daniel Lyčka und Dieter Friedl, errichtet am 11. August 2011
       Die durch Witterungseinflüsse unleserlich gewordenen Text- und Bildtafeln werden 2016 aktualisiert und ausgetauscht. Informationstafel 2016

... Daniel Lyčka (tschechisch)

... und seit 7. Jänner 2011 findet man auch bei Wikipedia das „Jagdschloss Katzelsdorf“ (von Karl Gruber / Dieter Friedl).

Stadtmauer [hradby]
Sie ist heute nur mehr andeutungsweise an wenigen Stellen der Innenstadt erhalten. Vermutlich wurde sie schon im 13. Jh. erbaut, da bereits in einer schriftlichen Überlieferung aus dem Jahre 1286 die Westpforte erwähnt wird, durch welche man in die Innenstadt eintrat. Als Europa im 16. Jh. von den Türken bedroht wurde, verstärkte man die Stadtwalle.
Stellenweise hatten sie eine Höhe von bis zu 7 Metern und eine Dicke von etwa 1 Meter. Es gab 4 Stadttore -  das Badtor (daneben befand sich eine Schwefelquelle, das (obere) Samstagstadt-Tor (auch ‚Wiener-Tor’, unterhalb des Franziskanerklosters), das Tor in der unteren Samstagstadt (bei der Nikolsburger-Straße) und das Tor im Rosenfeld (etwa in der Ecke Berggasse-Rosenfeld). Das obere Samstagstadt-Tor wurde schon vor 1840 entfernt, von den restlichen 3 Toren gibt es eine Abbruchbewilligung, datiert mit 14. September 1840.
1841, als die Mauern dem wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt im Wege standen, wurden auch sie großteils abgerissen.

Teich-Schlösschen [Rybniční zámeček]   Bilder © Jan Halady
von Joseph Kornhäusel zwischen 1814 und 1816 am Nordufer des Mitterteich's errichtet.

Theim-Hof / Theim-Wald
Der Theimhof [Boří dvůr, Genža] ist ein Liechtenstein'scher Meierhof südöstlich von Feldsberg und südlich vom Theim-Wald (Teil des Föhrenwalds [Boří les], wo man früher der Nutzholzgewinnung und der Jagd im großen Umfang nachging.
Um 1500 befand sich hier der Ort Geltscheins (od. Geltsching). In einer Aufzeichnung aus dem Jahre 1529 steht: „Gelltsching ist öd“. In einer zweiten Urkunde aus dem Jahre 1570 heißt es: „das ödt Dorf Goltschüs oder Göltsching“. Im Flurnamen „Gelschink“ erkennt man noch den Namen der verödeten Ortschaft. Auch der Meierhof, den Fürst Johann II. von Liechtenstein im Jahre 1882 in diesem Gebiet errichten ließ, hieß anfangs Gentsche-Hof [Genža] und erst später Theim-Hof.

Tschechenviertel
Nach 1920 auf enteigneten Flächen der Herrschaft entstanden. Es beherbergte viele zugezogene tschechische Beamte, Kolonisten, Arbeiter usw..
Sie wurden vom Staat großzügig unterstützt, wodurch ihr Bevölkerungsanteil von 2 % (1910) auf fast 20 % (1938) stieg.
Die meisten ließen 1938 ihre Häuser im Stich, kamen aber 1945 wieder zurück.
Die Dagebliebenen führten hier bis 1945 ein recht ruhiges Leben, trieben es aber 1945 am Ärgsten.


Venerie / La Veneria-Schlösschen [Zámeček La Veneria] → pdf-Datei „Venerie - La Veneria“
Mehrere Jahre lang waren mir der Namens-Ursprung sowie Geschichte dieses Gebäudes ein Rätsel. Denn, wie schon die beiden Namen Uneinigkeit verraten, so gibt es dazu auch recht unterschiedliche Versionen, was die Vergangenheit des Hauses in der K Venerii № 82 betrifft. Was den Namen selbst betrifft, so geht dieser entweder auf den Namen der Göttin Venus oder auf eine sexuell übertragbare Krankheit zurück.
a)  laut Erich Kippes war die Venerie Unterkunft der für die Parforcejagden verwendeten Hetzhunde, wie z.B. Parforcehunde, Windhunde,
     Saubeller (für Wildschweinjagden), Schweißhunde, Dachshunde, usw.
b) nachdem 2007 dieses Gebäude nach beachtenswerter Rekonstruktions-Arbeit als Schloss-Pension „La Veneria“ in 4-Sterne Qualität eröffnet
     wurde, findet man auf der Internetseite zur Geschichte des Hauses... das Schlösschen „La Veneria“ wurde 1658 für den Obersten Jagdreiter
     (Grand Veneur) der Fürsten von Liechtenstein erbaut - was sich auch einigermaßen mit der historisch belegten Version von Erich Kippes deckt.
c) auch Adolf Schmidl berichtet in seinem 1838 erschienenen Wanderbuch „Wien’s Umgebungen auf zwanzig Stunden im Umkreise“...
     „Südlich vor der Stadt steht die Venerie oder das Hetzhaus, wo die englischen Hetzhunde gehalten werden. Man sieht eine Meute von nahe hundert Stück
     herrlicher Thiere.“
d) den Weinlehrpfad-Tafeln zufolge wurde dieses Gebäude während des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) errichtet und von den
     Barmherzigen Brüdern als Spital für jene fürstlichen Soldaten benutzt, welche an venerischen Krankheiten (Geschlechtskrankheiten) litten.
     Erst danach sollen hier die fürstlichen Hundestallungen untergebracht worden sein.

Frau Lada Rakovská vom Museumsverein Feldsberg hat in den Folgen Mai bis September 2012 der Feldsberger Gemeindenachrichten die Geschichte der Venerie und des erst 400 Jahre später daraus entstandenem La Veneria Schlösschens der Öffentlichkeit preisgegeben.
    Im 14. Jahrhundert betrieben erst die Minoriten, danach die Franziskaner, ein Spital genannt „Venerie“ zur Behandlung von Geschlechtskrankheiten. Als diese Krankheit ihren großen Schrecken verloren hat bzw. dass man sie auch in anderen Städten der Habsburgermonarchie behandeln lassen konnte, verwaiste das Gebäude mehr und mehr.
    In der Übergangszeit 18. / 19. Jahrhundert unter der Regentschaft von Fürst Alois I. Joseph (reg. 1781 - 1805) und seinem Bruder Fürst Johann I. Joseph (reg. 1805 - 1836) hatte die Parforcejagd ihre Hochblüte. So ließ Fürst Alois I. von seinem Architekten Joseph Hardtmuth den Hundezwinger vergrößern und u.A. auch die ehem. Venerie zu einem Gebäude umgestalten, welches nur dem Jagdsport und dem Trainieren der Hunde dienen sollte. Durch die Erziehung an verschiedenen europäischen Adelshöfen war bald ein passender französischer Nachfolgenamen gefunden. „La Veneria“. Nachdem 1876 die letzte Parforcejagd im Raum Feldsberg abgehalten und die Anzahl der Hunde auf ein paar wenige reduziert wurde, gehörte auch die Hundeabteilung mit Verwalter, Hundemajor und -trainer, Köchin usw. der Vergangenheit an.
    Um das Gebäude nicht nochmals dem Verfall preiszugeben, widmete Fürst Johann II. (reg. 1858 - 1929) die Räume der Feldsberger Jugend. Für kurze Zeit durfte die Anlage eine zweite Blütezeit erleben.
    Nach dem 2. Weltkrieg fanden die unterschiedlichsten Personen hier hier ihr Zuhause. Erst Mitarbeiter der staatl. Landwirtschaftsgenossenschaft, danach Führungskräfte der staatl. Besitzungen und zuletzt Saison-Landarbeiter, welche das Haus devastiert und als Ruine hinterließen.
    1991 ging der Gebäuderest in den Privatbesitz über. Nach zehn Jahre lang andauernden Instandsetzungsarbeiten konnte „La Veneria“ sorgsam rekonstruiert als Schloss-Pension ihre Pforten öffnen.

Für die Rekonstruktion und die Erhaltung ein großes Dankeschön! Děkujeme! an die heutigen Besitzer, Frau Ivana Benadova und Sohn Karl Dominik.


Der (Lehr-) Keller der sich an die Venerie anschließt, früher ein Klosterkeller, gehört heute zur Weinbaufachschule Feldsberg.
 

 
Weinbau Fachschule [Střední vinařská škola]
1869 ...  regt der gebürtige Feldsberger Jiři Grober, Bezirksrichter und Präsident des Bezirkswirtschaftsvereines, die Gründung einer Landwirtschaftlichen Fachschule in Feldsberg an. Weitere Schulgründer sind der Großgrundbesitzer Johann II. von Liechtenstein, der niederösterreichische Landesausschuss, das österreichische Ministerium für Ackerbau und der Bezirks-Wirtschaftsverband von Feldsberg.
Es war in jeder Hinsicht ein guter Standpunkt für eine Weinbaufachschule: Im nördlichen Teil von Niederösterreich gab es noch keine Landwirtschaftsschule, günstiges Klima, optimale Bodenbedingungen für Obst- und Weinbau, die Lage an der Eisenbahnstrecke Lundenburg - Znaim sowie zahlreiche Weinberge in nächster Umgebung.
20. April 1873 ...  der Feldsberger Bezirkswirtschaftsverein erlässt das Schulstatut. Karel Sikora, der auch die Vorbereitungsarbeiten leitet, wird zum Schuldirektor ernannt.
15. November 1873 ...  wird der erste Unterricht abgehalten
1. September1984 ...  die Mittelschule für Landwirtschaft in Nikolsburg wird mit der Schule in Feldsberg zusammengelegt
11. November 1993 ...  anlässlich des 120. Gründungsjahres der Schule wird die Weinbauakademie gegründet. Diese soll die breite Öffentlichkeit, Fachleute aus dem Weinbau und den angeschlossenen Fachzweigen (Gastronomie, Heuriger) in die Weinproblematik und in das Thema Beziehung des Menschen zum Wein einführen. Im Rahmen der Weinbauakademie werden regelmäßig Fortbildungskurse, wie z. B. Schulungen für Winzer und Sommeliers, Tage des Obstanbaus,... veranstaltet
11. November 1994 ...  im historischen Teil des Schulgebäudes wird ein ganzstaatliches Weinarchiv eröffnet, welches nicht nur zur Lagerung hochwertiger Weinsorten dient, sondern auch als Lehrmittel im Unterricht Verwendung findet.

Zurzeit werden hier drei Fachrichtungen unterrichtet: Weinbau, Landwirtschafts-Unternehmen mit Einbeziehung der Agro-Touristik sowie Umweltschutz und Umweltgestaltung. Ein weiterer Bestandteil dieser Schule ist ein Sportareal und ein modern eingerichtetes Studentenwohnheim.


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Quellenverzeichnis

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