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Schloss Feldsberg [Zámek Valtice]
Bilder © Jan Halady
Allgemein...
Das Schloss wurde an Stelle eines älteren, seit dem 13. Jh. im Besitz der Familie
Liechtenstein befindlichen Schlosses im Barockstil Mitte des 17. Jahrhunderts
erbaut. Bauherr war vermutlich Fürst Karl Eusebius von Liechtenstein. Die
ursprünglichen Entwürfe stammen von führenden Architekten wie Giovanni Giacomo Tencalla, Francesco Carrati,
Andreas und K. Erno, Antonio Erhard Martinelli, Anton Johann Ospel, die
Erweiterungen im hochbarocken Stil von Johann Bernhard Fischer von Erlach.
Einige Säle und Räume, die zum Teil restauriert wurden, sind reich an
Wandschmuck im Barockstil. Am sehenswertesten sind der Spiegelsaal, die
Gemäldegalerie, die Schlosskapelle und der kleine Salon des Prinzen Karl. Viele
Räume sind mit Deckenfresken geschmückt. Das Schloss wird umgeben von einem
Natur- und Landschaftspark, in dem sich wertvolle dekorative Bauten befinden,
unter ihnen die 1832 erbaute mächtige Kolonnade mit korinthischen Säulen und der
Diana-Tempel (1812), auch Rendezvous genannt, der an einen römischen
Triumphbogen erinnert. Seit der entschädigungslosen Enteignung der Familie
Liechtenstein im Jahr 1945 ist das Schloss im Besitz des tschechischen Staates.
1950 wurde das Schloss erstmals für Besucher geöffnet.
Die Kellergewölbe des Feldsberger Schlosses beherbergen einen sehr berühmten
Weinkeller, wo jährlich neu prämierte Weine (mit dem Siegel „Salon”) zur
Verkostung und zum Kauf angeboten werden.
Das vor kurzem erst renovierte Schloss zählt zu den schönsten Barockschlössern
Tschechiens und wurde, zusammen mit dem Schloss Lednice [Eisgrub], 1996 in die
Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen.
Schloss außen...
Das zweistöckige Barockschloss hat eine abgeschlossene Zentral- und
Vierflügel-Planung, die einen quadratischen Hofplatz umringt. Es ist diagonal,
mit dem Eingangsportal Richtung Nord-Osten, angelegt.
Im Norden, vor dem Schloss, befindet sich der Ehrenhof. Hier wurden die
ebenerdigen und einstöckigen Gebäude für Pferdestall und Reitschule zugebaut.
Von den einstigen Gebäuden sind heute noch die Spanische Reitschule mit den
abtrennenden Groteskplastiken und die Winterreitschule erhalten geblieben und
dienen zurzeit verschiedenen Gesellschafts-Veranstaltungen. Durch ein reich
dekoriertes Zentralportal, über
dem sich ein viereckiger Turm befindet, betritt man das Schloss.
Schloss innen...
Zur Besichtigung ist nur das l. Stockwerk des Schlosses freigegeben. Es
ermöglicht einen kleinen Einblick in das Leben des begüterten Adels in der Zeit
des Barocks. Die Innenräume wurden in Form einer freien Rekonstruktion erneuert.
Sie umfassen insgesamt 17 Zimmer, eingerichtet im Stil des Barocks und des
Rokokos. Die Decken sind mit goldenen Stucken und herrlichen Gemälden
ausgestattet.
Die Führung beginnt mit dem Marmorsaal (ehemaliger Speisesaal) mit weißen
Rokoko-Möbeln und einer Sammlung von orientalischem Geschirr. Der Luster ist
eine Triton-Plastik, dessen Zunge aus dem Nasenbein eines Sägefisches stammt.
Es folgt der Gesellschaftssaal, früher auch als Kaisersaal bezeichnet, mit einem
vorgeschobenen kleinen Salon. Das Deckengewölbe sind mit griechischen Göttern
ausgeschmückt.
Das Boudoir mit einem Rauchersalon war für Herren bestimmt. Am Deckengewölbe
sehen wir Hephaistos, den Gott des Feuers und der Schmiede, welcher der Göttin
Athene Waffen übergibt.
Der Tanzsaal ist der größte Repräsentationsraum des Schlosses. Die Wände sind
mit einer Marmorimitation mit vergoldeten Musikinstrumenten geschmückt. Die
Möbelstücke stammen aus der Rokokozeit, die Luster sind aus böhmischem Kristall
gefertigt.
Drei weitere Salons, der Gelbe-, der Rote- und der Grüne- Salon, werden durch
eine besondere Farbenkomposition geprägt. Im Gelben Salon sind idealistische und
Phantasie erregende Landschaftsmalereien vom Holländer Hans de Jode. Sie stammen
aus dem 17. Jh. Die Sammlung wird durch chinesische Vasen ergänzt. Der rote
Salon wurde, wegen des Deckengemäldes mit den Göttern des Olymp, auch
Olympiasalon genannt. Die Wände sind mit rotem Brokat bezogen, die
orientalischen Vasen mit goldenem Dekor verziert. Der grüne Saal wurde, nach der
Deckenszene mit Agamemnon, auch Troja-Saal genannt.
Die Südecke des Schlosses wird vom Saal der Vorfahren dominiert. Die
Deckengemälde zeigen ein Sinnbild von Wissenschaft und Kunst, auf der
gegenüberliegenden Seite „Schwelgerei - Trunksucht”. Die Portraits stammen aus
der Repräsentationssammlung der Familie Liechtenstein und zeigen Josef I. Johann
Adam und Johann Adam I. Andreas von Liechtenstein.
Der Ecksalon des Prinzen Karl ist dem Andenken von Karl VI., Vater von Maria
Theresia gewidmet, der eine Nacht hier verbrachte. Die Französische Kästchen,
verziert mit vergoldeter Bronze, sind Höchstleistungen der damaligen
Handarbeitskunst.
An den Wänden eines langen Ganges hängen die Portraits römischer Kaiser.
Abgebildet sind hier Nero, Titus, Villtelius und Gaius Julius Caesar.
Von der künstlerischen Warte ist die Schlosskapelle in der Westecke der
bemerkenswerteste Raum im ganzen Schlossgebäude. Sie verfügt über eine reiche
Stuck- und Malerverzierung und die Wände sind mit Marmor verkleidet. Die
hervorragende Akustik wird oft für Musikproduktionen benutzt.
In der Nordwestfront befinden sich das Fürstenarbeitszimmer, das
Spiegelkabinett, eine barocke Gemäldegalerie, ein Schlaf - und ein
Empfangszimmer.
In der Nähe der Kapelle befindet sich das herrlich verzierte Spiegelkabinett,
welches mit Spiegeln in vergoldeten Rahmen ausgekleidet ist. Die Büste ist eine
Replik des Kopfes des Philosophen Seneca, die Deckengemälde veranschaulichen den
Morgen und die Morgenwäsche der Göttin Aphrodite.
Das Deckengemälde im Arbeitszimmer der Fürstin ist ein Sinnbild des Abends, an
vorderster Stelle die Ankunft der Königin Kristine in Rom. Der Arbeitstisch und
die Schränkchen sind mit Elfenbein verkleidet. Beide Räume, Spiegelkabinett und
Arbeitszimmer, gehörten zur Residenz der Fürstin.
Die Gemäldegalerie beherbergt 29 Gemälde, Landschaftsmalerei sowie Szenen aus
dem Leben. Sie sind der Rest einer Sammlung aus der Zeit der Romantik, die Ende
des 2. Weltkrieges vernichtet wurden. An der Decke befindet sich das größte
Gemälde „Göttin Diana kehrt von der Jagd zurück”. Das Gemälde von G. Liebalt
„Leben mit Trophäen” ist eines der ältesten Bilder Europas das sich mit dem
Thema Jagdtrophäen beschäftigt.
Das Fürsten-Schlafzimmer ist vom Bett geprägt. Es war auch typisch für die
Barockzeit, dass hier der Fürst seine Besuche empfing und seinen
Schlosszeremonien nachging. Die Deckenbemalung stellt die Allegorie des
Frühlings dar.
Das daran anschließende Empfangzimmer diente Gästen und Besuchern. Aus den
Fenstern hat man einen wunderschönen Ausblick auf die umliegende Landschaft.
Schlosspark...
Das geräumige Schlossgelände entstand durch den Umbau der gotischen Burg in den
Jahren 1643 – 1730.
Vier Seiten des Schlosses umgeben einen geräumigen Hofplatz.
Zum Schloss gehören weiters ein kleines Theater, eine Reitschule und ein
Pferdestall.
Die Umgebung ist terrassenartig gestaltet und reichlich mit Skulpturen
ausgestattet. Der Garten hinter dem Schloss wurde 1727 angelegt und
unter Josef Wenzel I. von Liechtenstein in der Mitte des 18. Jh. ausgebaut.
Der ebene Teil wurde durch Alleen mit dem englischen Park verbunden, in welchem
sich auch ein Obstbaum-Hain, zwei Sommerhäuschen und eine künstliche Grotte (die
Hölle) mit einem chinesischen Pavillon obenauf befanden.
Wandert man entlang der rechten Schloss-Seite und überquert man die lang gezogene
Terrasse oberhalb der Stadt, gelangt man in den eigentlichen Park.
An der Stirnwand des Schloss-Gebäudes befindet sich eine große, leicht hügelige
Lichtung.
Weiter links, und etwas tiefer am Fußhang gelegen, befindet sich das 1888
errichtete Amphitheater.
Das Theater-Gelände ist im oberen Bereich von höheren Sträuchern und Bäumen
umgeben, welche auch den Hintergrund für die Sandsteinplastiken mit Szenen aus
der Mythologie bilden.
In unmittelbarer Nähe befindet sich (heute) ein Tennisplatz.
Der hintere Teil des Parks ist landschaftlich - mit der Natur im Einklang - mit Wiesen,
Hügeln und Lichtungen gestaltet. Ein romantisches Element bildet am südlichen
Parkende „Die Hölle”, eine
künstlich angelegte Grotte auf der sich einst ein chinesischer Pavillon befand.
Über den ganzen Park sind wertvolle Holzgewächse
verteilt.
Tiree Chmelar Kräutergarten...
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Links vom Schlosskeller, an der Schloss-Vorderseite, wo sich einst der
fürstliche Gemüse- und Kräutergarten befand, gibt es seit dem 29. Mai 2010
den wunderschön angelegten „Tiree Chmelar Kräutergarten”.
Tiree (Caroline) Chmelar (gebürtige Engländerin,
† 20.1.2005 in New York)
war die Ehefrau von Lu(bomir) Chmelar (geboren in Zlín, CZ).
Nach der „Samtenen Revolution” im Jahre 1989 war sie gemeinsam mit ihrem
Mann und einer Gruppe von Enthusiasten wie Jeanne Hillsinger, Věra
Filkuková, Radek Nepraš und Daniel Špička Mitbegründerin des „Greenways
Prag-Wien” und des tschechischem Greenways Programms. Ähnlich der „Hudson
River Valley Greenways” - der New Yorker Gouverneur Mario Cuomo erklärte
1994 die beiden Greenways-Projekte offiziell zu Schwestern - wurde dieses
Programm konzipiert. Unterstützt wird das Projekt von Menschen, die das gemeinsame
Interesse an einer gesunden Umwelt, an der Erhaltung des Kultur- und
Naturerbes und an einer schonenden Entwicklung der Dörfer verbindet.
Als Pflanzenliebhaberin, egal ob Blumen-, Gemüse- oder Kräuterpflanzen, war
Tiree an der Wiedererrichtung des ehemaligen Kräutergartens sehr viel
gelegen. Auch sollte es Feldsberg touristisch ein wenig aus dem Eisgruber
Schattendasein holen. Gemeinsam mit der „Mendel Universität für Gartenbau”
in Eisgrub entstand 2005 nach einem Studentenwettbewerb das Konzept des
Gartens. Unter Projektleiter Prof. PhD. Premysl Krejcirik gestalteten drei
Hochschul-Absolventen - Mirka Svorova, Adam Baros and Jakub Finger - mit
Geduld und Begeisterung diese Anlage, deren Erhaltung und Pflege bereits
Teil des Lehrplans der Eisgruber Gartenbau Hochschule ist.
siehe auch
Bundesdenkmalamt Brünn (Englisch) |
Keller
Schloss-Keller [Zámecký sklep]
Er stammt aus dem Jahre 1430 und war der größte
der vier Fürstenkeller. Im Jahre 1764 wurden hier 8.000 Eimer (453 Tsd. Liter) Wein
gelagert - die Kapazität beträgt 650 Tsd. Liter. Von diesem Keller stammt auch
die Bezeichnung der Feldsberger Weine „Schlosswein von Valtice” („Valtické
zámecké”).
Seit seiner Errichtung bis in die heutige Zeit lagern in
diesem Keller ausschließlich Rotweine. Unter dem hinteren Teil des Kellers
liegen unter Wasser gesetzte Räume, vermutlich ein weiters Geschoss
unterirdischer Gänge (ähnlich dem
Retzer
Weinkeller). In einem Teil des Kellers ist auch die Weingalerie
untergebracht.
Der Schlosskeller ist für Besucher zugänglich, Informationen unter „ valvin@vsvaltice.cz
” oder Tel. 0627 - 35 23 29 / 0627 - 35 25 52; Tel. & Fax 0627 - 35 23 30.
Frosch-Keller [Žabí sklep]
Dieser Keller, auch „Žabka” genannt, diente ausschließlich zur Lagerung von Wein. Sein
Fassungsvermögen betrug 2.000 Eimer (rund 113.000 Liter / 1 Eimer = 56,589 l).
Heute finden im „Frosch-Keller” die festlichen Stehempfänge des Feldsberger „Galawochenendes” statt.
Keller hinterm Ziegelwerk [Za
cihelnou]
Auf einer
Schraffenkarte aus dem Jahre 1925 sind
zwei Ziegelöfen in Feldsberg eingezeichnet. Einer befand sich ein Stück
südwestlich des Kreuzkellers,
der andere ein Stück nordöstlich vom Schloss.
Laut Auskunft
älterer Feldsberg Bewohner (Ende April 2011) befand sich
dieser Keller hinter dem Ziegelofen nordöstlich vom Schloss in der Feldgasse (Polní).
Kreuz-Keller [Křížový sklep]
Im Jahre 1640 war die Obrigkeit gezwungen einen weiteren
Keller zu bauen. Der „Neu-Keller”, erst später aufgrund seines Grundrisses
„Kreuzkeller” genannte Keller, hat einen monumentalen 120 m langen Hauptgang der
von einem 100 m langen Arm gekreuzt wird. Der Keller fasste 1 Mio. Liter Wein,
der in Eichenfässern und in rostfreien Behältern gelagert wird sowie in 300 Tsd.
Flaschen zur Reife gebracht wird. An Stelle früherer kleinerer Keller wie „ Za
cihelnou” [Hinterm Ziegelwerk] und „ Žabí sklep” [Frosch-Keller] wurden auf dem
Areal der „Weinkellerei Feldsberg AG” Klimahallen erbaut und der Kreuzkeller
erweitert, wodurch sich heute die Gesamtkapazität auf 6,5 Mio. Liter erhöht hat. Die Feldsberger Weine sind sehr begehrt und werden auch nach Österreich, Böhmen,
Schlesien und Polen exportiert.
Alleen
Fürsten- od. Eisgruber-Allee / Bezruč-Allee [Bezručova alej]
heißt die mehr als sechs Kilometer lange, kurz nach 1800 von Lustgärtner Johann
Lolla angelegte Linden- und Kastanienbaum-Allee.
Sie führt
schnurgerade vom Feldsberger Schloss nach Eisgrub. Sie wurde später nach dem Dichter
Petr Bezruč benannt, der
diesen Weg in seinem Gedicht
Valčice verewigte.
Die Allee gehört zu den
historischen Denkmälern Tschechiens.
Wenige Meter nach dem Eisenbahnübergang beim Feldsberger Bahnhof Richtung
Eisgrub befand sich zu unserer Linken das
Kaiser-Franz-Josef-Jubiläums-Kinderasyl, 50 Meter später sehen wir links
durch die Waldlichtung das Belvedere [Belvedér], kurz darauf
führt rechts ein Weg zum örtlichen Friedhof und weiter zur Lanštorfer- / Feldsberger-Allee.
Ungefähr 3,3km nach der Abzweigung nach Bischofswarth [Hlohovec] quert man den Bischofswarther-
(links) und den Mitterteich [Hlohovecký- & Prostředni
rybník]. Biegt man nach den Teichen auf die
Liechtenstein-Radroute
ab, so erreicht man rechts das
Teichschlösschen [Rybniční zámeček]
am Nordufer des Mitterteichs, und links, am Westende des Bischofswarther-Teichs, das Grenzschlösschen [Hraniční zámeček].
Die Allee endet beim Schloss in Eisgrub.
Rampersdorfer-Allee
[Ladenská
alej] / Feldsberger-Allee
[Valtická alej] /
Lärchen-Allee [Modřínová alej]
heißt die heute rund 8,9 Kilometer lange, gleichzeitig mit der Fürsten-Allee von
Lustgärtner Johann Lolla angelegte Lärchen- und Pappel-Allee.
Sie führte einst schnurgerade Richtung Nord-Ost von Feldsberg nach
Rampersdorf [Lanstorf,
Ladná].
1872 wurde die Allee durch die Bahnlinie getrennt.
Der erste Teil bis zur Bahnlinie setzt sich heute aus der rechts von der
Fürsten-Allee
[Bezručova alej] abzweigenden Lärchenstraße [Modřínová] und der beim
Jubiläums-Spital beginnenden Lärchen-Allee [Modřínová alej] zusammen.
Den zweiten Teil erreicht man
a) über einen Trampelpfad beim Feldsberger Bahnhof, vor dem Bahnübergang
rechts die Bahngeleise entlang, über die Bahnbrücke, danach gleich rechts,
später
links...
b) rechts vorbei am Feldsberger Friedhof, vor der Bahnbrücke links, später
links...
kommen wir zur St. Anna Kapelle [Svatá Anna]. Nach etwa 700 Metern zweigt rechts
ein Weg zum Dianatempel (Rendez-vous) [Dianin chrám / Rendez-vous] (1,2km) ab,
eineinhalb Kilometer später führt links ein Weg zu den „Drei Grazien [Chrám Tří grácií]” (1km), halblinks geht's zum
„Neuhof [Nový dvůr]” (1,2km) und rechts zur Hubertus-Kapelle [Svatého
Huberta] (700m). 800 Meter weiter führt links nochmals ein Weg zum „Neuhof” (800m).
2 Kilometer später treffen wir auf die Straße Lundenburg-Eisgrub. Links geht es
zum Apollo-Tempel [Appolonův chrám] (1km), geradeaus weiter, nach dem
Queren des Radwegs No. 41, endet die nun als Feldsberger-Allee [Valtická alej]
bezeichnete Allee im Eisgruber Wald [Lednicky les], südwestlich von
Rampersdorf [Lanstorf, Ladná].
Kirchen-Allee [Kostelní alej]
Auf der Lundenburger-Straße (Břeclavská, Straße No. 40, von Feldsberg nach Lundenburg) geht's Richtung Lundenburg zum Ortsende von Feldsberg. Nach den
letzten Häusern biegt leicht links ein Weg ab, der uns über die Bahnstrecke
Feldsberg-Lundenburg zum Parkplatz beim Dianatempel bringt. Nach dem Queren der
Lundenburger-Straße verläuft rechts, parallel zur Straße die Kirchen-Allee
welche kurz vor dem Keramikwerk in Poštorná endet.
die Barmherzigen Brüder - Konvent, Kirche und Spital [Konvent, kostelem (sv. Augustina) & Spital Milosrdných
bratři]
1605 auf Bitten von Karl I. von Liechtenstein treffen am 10. Februar die
Barmherzigen Brüder, unter ihnen P. Johannes Baptist Savonatius de Cassinetti,
in Feldsberg ein.
Sie übernehmen das kleine und ärmlich mit 6 Betten ausgestattete „Lazarett
zur heiligen Barbara” (etwa dort, wo
sich heute der Chorraum der Klosterkirche St. Augustin befindet)
1659 am 19. August beginnt mit der Ankunft von P. Konstantin Scholz sowie dreier
Mitbrüdern eine neue Epoche
Konvent & Klosterkirche St. Augustin
Die Umstände, dass die Brüder noch immer in Privathäusern wohnen, bewegen Fürst
Karl Eusebius von Liechtenstein und seine Gemahlin Johanna Beatrix, geborene von Dietrichstein-Nikolsburg,
ein neues Spital mit einem eigenen Konventgebäude für die Brüder zu errichten.
1662 am 17. Juli wird unter
Prior P. Constantinus Scholz der Grundstein zum Bau eines eigenen Konventgebäudes gelegt,
welches bereits 1668 weiter ausgebaut und aufgestockt wird.
1668 legten vier Brüder ihre Ordensgelübde in Feldsberg ab
1668 wird auch die alte, bereits baufällige Barbara-Kapelle teilweise
abgetragen und der Grundstein zur heutigen Kirche gelegt.
1671 am 28. Juni erfolgt die Weihe des neuen Gotteshauses durch den Wiener Weihbischof Jodok von Brendt
/ Höphffner
1673 werden die beiden Türme errichtet, und 1693
wird der provisorische Dachstuhl der Kirche mit Schindeln
versehen
1673 sind acht Brüder in Feldsberg tätig. 1675 werden bereits 15 und 1683 19
Brüder gezählt.
1706 wird Norbert Boccius,
bekannt durch seine botanischen Forschungen, zum Klostervorsteher wurde und bekannt war. Er gründete auch eine chirurgische Schule,
welche bis zur Klosterauflösung im Jahre 1854 Adepten für das
Krankenhauspersonal ausbildete.
1737 erfolgt die
Erweiterung des Musikchors der Kirche, eine neue Orgel wird aufgestellt und
viele andere Umgestaltungen erfolgen.
1757 wird das Hochaltarbild, den heiligen Augustinus in der Glorie darstellend,
von Johann Cymbal gemalt
1761 sind 29 Brüder im Orden beschäftigt
Das Kircheninnere stammt aus
der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, bei dem auch der Bildhauer Ignaz
Lengelacher
mitwirkte.
1872 wird Frater Mariophilus Fülbir, ein Apotheker, Prior in Feldsberg. Neben
fortwährenden Renovierungen, die in einem alten Gebäude unvermeidlich sind,
können durch die Unterstützung des regierenden Fürsten die beiden Kirchentürme,
welche seit 1673 nur Notdächer hatten, um zwölf Meter erhöht und mit Kupfer
eingedeckt werden.
Aus dem späten 18. Jh. stammen auch die 18
Bänke mit Schnitzereien an den Stirnseiten, die Kanzel, das Holzkruzifix, die
Seitenaltäre und die Leuchter
Die heute an der
Außenseite der Kirche stehende Kreuzigungsgruppe befand sich ursprünglich an der
Friedhofsmauer im Garten, wo sich auch die Gruftkapelle der Brüder befand.
Beginn 20. Jh. werden mit Unterstützung des Hauses Liechtenstein
die kompletten Außenfronten des Klosters, der Kirche und der Türme vollständig
renoviert, ferner die ebenerdigen Gänge des Konventgebäudes und des Refektoriums
mit Klinkerplatten neu gepflastert und das Hochaltarbild der Kirche vollständig
restauriert
1949 zählt der Konvent nur mehr sechs Brüder
1960 der große politische Druck sowie Repressionen veranlassen den Orden Konvent
und Spital am 28. April zu verlassen.
2002 erhält der Orden die Klosterkirche wieder zurück
Spital
1668 auch das kleine Spital erhält unter Prior Scholz einen Zubau, und am 27.
August 1668 werden die Kranken in das mit zwölf Betten vollkommen neu
eingerichtete Spital gebracht.
1675 laut Stiftbrief vom 1. Juli 1675 widmet Fürstin Johanna Beatrix 10.000
Gulden zum Erhalt der zwölf Krankenbetten und ebenso vieler Brüder
1720 werden die
Krankenzimmer abermals erweitert und mit größeren Fenstern versehen
1726 sendet Kaiserin Elisabeth Christine eine ihrer Hofdamen mit einem in Wien
als bereits unheilbar diagnostizierten Leiden zum Wundarzt und Barmherzigen
Bruder Lazarus Nöbel nach Feldsberg. Dieser nimmt einen chirurgischen Eingriff
vor, die Hofdame erholt sich binnen kürzester Zeit und kann wieder gesund nach
Wien zurückkehren, wo ihre Genesung fast für ein Wunder gehalten wird. Kaiserin
Elisabeth Christine spendet daraufhin zum Dank dem Konvent 100 Stück „Species-Dukaten”
und einen prächtigen Ornat.
1727 kann Frater Lazarus Nöbel dem jugendlichen Fürsten Johannes Nepomuk Karl,
der ebenfalls als unheilbar krank gilt, das Leben retten.
1751 erfolgt der Einbau eines Quertraktes
1756 hat das Spital 36 Betten
1762 wird unter Prior Matthäus
Grimm erneut ein weiterer Trakt errichtet. Hier entsteht auch ein eigener, vom
restlichen Spital abgetrennter Bereich für frisch operierte Patienten. Durch
diese Maßnahme gelingt es, die postoperative Infektionsrate signifikant zu
senken.
1869 modernisieren Frater Dismas Remenarik und sein Oberarzt Frater
Johannes de Deo Sobel, der später zum Provinzial gewählt wird, das Spital mit
großem Eifer und schaffen in vielen Bereichen Verbesserungen: Die alten
Himmelbetten werden aus den Krankenzimmern entfernt, eine Belüftung derselben
installiert, die Chirurgie wird mit neuen Instrumenten und diversen Behelfen
ausgestattet sowie an den Wissensstand und die Erfordernisse der Zeit angepasst.
Die Heilungs- und Operationserfolge sind aufgrund der Neuerungen derart groß,
dass man sich zu weiteren Modernisierungen im ganzen Spital ermuntert sieht.
1876 hält das kaiserliche Heer zwischen Feldsberg und Nikolsburg große
Manöver ab. Der Konvent hat das Glück, Kaiser Franz Josef I. als Gast im Haus
begrüßen zu dürfen. Vom damaligen Provinzial P. Dismas Remenarik und Prior P.
Mariophilus Fülbir empfangen, besichtigt der Kaiser das Spital, spricht seine
vollste Zufriedenheit aus und überreicht eine Spende von 250 Gulden, welche an
Spitalsabgänger, arme und bedürftige Kranke verteilt wird.
1888
am 5. Juni gibt Fürst Johann von Liechtenstein dem Prior Michael Czerny
seinen Entschluss bekannt, dass er einen vollständigen Neubau des Spitals
errichten möchte.
1890 am 31. Juli erfolgt in Anwesenheit von Konvent, Prior, Provinzial und Fürst
Johann die Grundsteinlegung zum Bau des neuen und des in Teilen noch heute
sichtbaren Spitals
1892 ist
der Bau abgeschlossen und
am 30. August
erfolgt die feierliche Einweihung
1931 erfolgt ein Zubau und die Errichtung einer gynäkologische Abteilung unter
der Pflege der „Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz” aus Chropyn.
Bettenanzahl: 150
1935 am 1. Jänner wird das städtische Spital und an das Spital der Brüder
angeschlossen. Bettenanzahl: 300
1949
im Jänner erfolgt die Verstaatlichung
des Spitals und
bekommt
wie alle Gebietskrankenhäuser drei Primariate – Innere Medizin, Chirurgie
und Gynäkologie
1954 wird in einem anderen Gebäude eine Kinderabteilung gegründet
Krankenpflegeschule
Norbert Boccius,
bekannt durch seine botanischen Forschungen, gründet eine chirurgische Schule,
welche Adepten für das
Krankenhauspersonal ausbildete.
1746 wird
beschlossen, in Feldsberg ein „Professoriat und Unterricht für Chirurgie und
Krankenpflege” zu errichten, der Grundstein für die „Chirurgie- und
Krankenpflegeschule”
1791 wird die
Krankenpflegeschule in Prag aufgelöst und nach Feldsberg verlegt sowie die dort
bereits bestehende Ausbildung in einen zweijährigen Kurs umgewandelt
1854 wird auch die Krankenpflegeschule in Feldsberg aufgelöst
die Barmherzigen
Schwestern - Spital [Spital Milosrdných sester]
Das Spital befindet sich am westlichen Ende der Malá strana (eine Seitengasse
der Petra Bezruče).
Belvedere [Belveder]
Bilder ©
Sharkan
Bilder © Jan Halady
Nachdem vermutlich zu Anfang des 19. Jh. Fürst Alois I. von dem
Obristwachtmeister von Lagendonc den Feldsberger Fuchsberg [Liščí vrch]
kaufte, errichtete 1802 Joseph Hardtmuth eine Fasanerie mit den notwendigen
Nutzbauten, sowie das später so genannte Belvedere, einen achteckigen hohen
Kuppelraum mit je drei Salons zu beiden Seiten. Die Innenräume wurden vom Wiener
Dekorationsmaler Langehöffel ausgemalt.
1894 wurde das Belvedere durch ein Feuer zerstört und erst 1928 unter Fürst
Johann II., dem Gütigen [Jana II., zv. Dobrotivý] neu errichtet.
Brunnen [kašna]
In der Mitte des Marktplatzes befindet sich ein Springbrunnen des Bildhauers
Josef Bayer aus dem Jahre 1816 mit einer Sandsteinplastik eines Mädchens.
Der
Brunnen in der Sklepní ulice [Kellergasse], ca. 200 Meter südöstlich vom
Schloss, heiß Neptun-Brunnen.
Dianatempel (Rendez-vous) [Dianin chrám / Rendez-vous]
Bilder © Sharkan
Er befindet sich im Föhrenwald [Boří les], rechts von der Straße Lundenburg
- Feldsberg gelegen und wurde
zwischen 1810 und 1812 von Joseph Hardtmuth errichtet;
Er ist in der Form eines antiken Triumphbogens gebaut und war noch von Fürst
Alois I. als Treffpunkt für die Parforcejagden vorgesehen. In den Bogenpfeilern
befindet sich auf der einen Seite eine Jägerwohnung, auf der anderen Seite ein
Stiegenaufgang in den großen Saal, der mit einigen kleinen Salons das ganze
Obergeschoß einnimmt. Er wurde 1813 von Michael Rober nach Entwürfen von Joseph
Kornhäusel bemalt. Die Plastiken stammen von Joseph Klieber...
an der Vorderseite... einen Faun, den Bacchus Musik lehrend / Diana, einen Hund
liebkosend / eine Hetzjagd (ein fliehender Hirsch von Hunden verfolgt) / eine
Wildschweinjagd;
an der Rückseite... den schlafenden Endymion / eine Bacchantin / Diana und
Aktäon / eine Bärenjagd;'
kurze mythologische Erklärungen:
Faun, Faunus, auch Wolfsgott, altitalischer Gott der freien Natur, Beschützer
der Bauern und Hirten, ihres Viehs und ihrer Äcker, sorgt für die Fruchtbarkeit
von Mensch und Tier;
Bacchus, die römische Entsprechung des griechischen Gottes Dionysos, Gott des
Weines und der Vegetation;
Diana, in der römischen Mythologie die Göttin des Mondes und der Fruchtbarkeit,
wurde später der griechischen Artemis angeglichen und so auch zur Göttin der
Jagd;
Endymion, in der griechischen Mythologie der König von Elis, seine Eltern waren
Aethlios und Kalyke;
Bacchantin, Begleiterin des Bacchus;
Aktäon, Aktaion, griechischer Heros (Held). Sein Vater war der Hirte Aristaios,
ein Sohn des Apollo und der thessalischen Nymphe Kyrene. Er wurde von dem
Kentaur Cheiron erzogen, der ihn
besonders in der Kunst der Jagd unterrichtete;
Leider sind diese Plastiken im Jahre 1945 mutwillig schwer beschädigt worden.
Das Gebälk wird auf der Vorder- und Rückseite von je 4 korinthischen Säulen
getragen. Ein Steinrelief, die Jagd der Diana darstellend, schmückt die hohe
Attika der Vorderseite, darunter lesen wir die Inschrift „Dianae venatrici
eiusque cultoribus” (Diana, der Jägerin und ihren Verehrern - Johann, Fürst von
Liechtenstein 1812).
Auf der Rückseite finden wir in gleicher Höhe die Worte „Has tibi blanda soror
Phoebi sacravimus Sedes, intactus semper crescattibi locus honori” (Dir,
liebliche Schwester des Phöbus, haben wir diesen Tempel geweiht. Unberührt
wachse immer, Dir zu Ehren, der Hain).
Der Bau wurde der (Jagd-) Göttin Diana gewidmet, daher auch sein Name. Im
mittleren Relief befindet sich auch ein Bildnis der Göttin, wo sie auf einem auf
einer Säule aufgestellten Thron sitzt.
Drei Grazien [Chrám Tří grácií]
Bilder
© Sharkan
Bilder © Jan
Halady
Tempel zwischen Eisgrub und Feldsberg,
1824 von Joseph Franz Engel errichtet. Der Tempel wurde im Halbkreis auf 12
ionischen Säulen erbaut. Davor wurde eine von
Johann Martin Fischer aus einem
Stück Stein geschaffene
Statuengruppe der antiken Göttinnen Athene, Aphrodite und Artemis platziert.
In den Nischen der Kolonnade befinden sich die allegorischen Statuen der
Künste und Wissenschaften
des Tiroler Bildhauers Joseph Klieber
aus dem Musentempel in Eisgrub (1807/08 errichtet - 1848 abgetragen).
Föhrenwald
[Boři les] siehe auch Föhrenwald in
Bernhardsthal
der Föhrenwald hat (berechtigterweise) seinen Namen von der dort zahlreich
wachsenden Nadelholzsorte*. Damit allerdings der Waldboden nicht versauert, ist
der Wald u.a. ein Gemisch von Föhren, Buchen und Eichen.
In einer Feldsberger Stadtchronik fand ich folgenden
Eintrag:
„Im Auftrag Karl Eusebius von Liechtenstein wurde ab 1660 östlich von
Feldsberg der Föhrenwald [Boři les] angelegt, indem Tannen und Fichten aus
anderen mährischen Gütern des Adelsgeschlechtes durch Kiefern ersetzt
wurden.”
Der Föhrenwald beginnt östlich von Valtice [Feldsberg], verläuft Richtung
Südosten, vorbei an Břeclav [Lundenburg], und endet bei der Thaya im
Nordosten von Bernhardsthal.
Der
nördlich des Theim-Hofs [Boří dvůr]
gelegene Teil des Föhrenwalds wird als „Theim-Wald” und die Waldfläche südlich
des Theim-Hofs als „Katzelsdorfer-Wald” bezeichnet.
* die
Kiefern, Föhren oder Forlen (Pinus) bilden eine Pflanzengattung von
Nadelholzgewächsen (Pinophyta) in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae).
Das Wort
„Kiefer” ist vermutlich durch Zusammenziehung von Kienföhre entstanden und
erst ab dem 16. Jahrhundert belegt. Als Kien wird das Harz der Kiefer (Kienbaum) bezeichnet,
seine Brennbarkeit (es enthält Terpentin) wird beim Kienspan genutzt. Föhre ist in fast allen
germanischen Sprachen vorhanden, z.B. im Englischen „fir” oder „fir-tree”.
Franziskanerkloster [Frantiskansky
klaster]
1286 gründet Heinrich von Kuenring an dieser Stelle, außerhalb der Stadtmauern,
ein Minoritenkloster
1487 die Hussiten zerstören das Minoritenkloster. Danach wird es wieder
aufgebaut und den Franziskanern übergeben.
1529 vorbeiziehende Türken zerstören abermals das vor den Mauern liegende
Franziskanerkloster.
1712 ist der Wiederaufbau des Klosters und der Kirche beendet.
1803 wird das Franziskanerkloster aufgelöst und die Kirche abgetragen.
1873 nimmt in der ehem. Klosteranlage die Weinbau
Fachschule den Schulbetrieb auf
Freiheitsplatz [Náměstí Svobody]
Bis zum 19. Jh. standen auf dem Marktplatz lediglich ein
Springbrunnen in der Platzmitte und eine barocke
Pestsäule vor der Kirche Mariä
Himmelsfahrt. Anfang des 20. Jh. wurden 2 große Rasenflächen angelegt und
Rosskastanienbäume gepflanzt. In den 50.-er Jahren des 20. Jhdts. kamen die 2
Platanen an den Springbrunnen-Seiten hinzu. Die Form des Marktplatzes und die
Fassaden der Gebäude blieben in ihrer ursprünglichen Art erhalten.
Grenzschlösschen [Hraniční zámeček]
Bilder ©
Jan Halady => siehe
Eisgrub [Lednice]
in Bischofswarth [Hlohovec]
zwischen Bischofswarther- & Steindammteich (Nimmersatt)
[Hlohovecký-rybník & Nesyt] gelegen.
Hubertus-Kapelle [Svatého Huberta]
Bilder © Jan
Halady
1854 von Johann Heidrich nach
Plänen von Georg Wingelmüller errichtet.
Die aus Sandstein gefertigte Kapelle ist ein dreiseitiger Bau, der das Auge des
Gottes symbolisieren soll. Sie befindet sich auf einer Lichtung im Föhrenwald [Boří
les] auf dem Weg vom Tempel der „Drei Grazien” zum Tempel der Diana
(Rendez-vous). Die St. Hubertus-Statue ist das Werk von Joseph Högler.
Jagdschlössl
==►
siehe Salettl
Jubiläums-Spital [Jubilejni spital]
1908 wurde
das Liechtenstein'sche Jubiläumsspital (Frauenspital) von Dr. Gottfried
Marschall eingeweiht. Seit 2007 befindet sich im neu renovierten Gebäude ein
Pensionistenheim.
Kaiser-Franz-Josef-Jubiläums-Kinderasyl
auf der Petra Bezruče [Fürstenallee],
zwischen der Eisenbahnstation „Valtice město” und dem Belvedér.
1901 (Dezember) wird das Heim mit Platz für 200
Kinder, eine Stiftung der verstaatlichten Kaiser-Ferdinands-Nordbahn,
eingeweiht.
1920 wird es zum „Kinderheim der Stadt Brünn” und 1938 wird als
Wehrmachtskaserne zweckentfremdet.
Heute befindet sich hier die Fachlehranstalt der Eisenbahn [odborné učiliště
železniční].
Katzelsdorfer-Wald ...
Waldwegkarte
(43 kb)
Die Waldfläche südlich des Theim-Hofs wird als „Katzelsdorfer-Wald” bezeichnet.
Am nordwestlichen Waldrand befand sich einst das Jagdschlössl
(Salettl, Gschlessl). Das früher im streng bewachten Grenzgebiet gelegene
Wäldchen bietet eine Fülle an Wald- und Wanderwegen, die man mühelos von
Reintal oder von Katzelsdorf erreicht.
Neptun Brunnen
[Neptunova kašna]
Bilder ©
Dieter Friedl
Dieser um 1800 errichtete Brunnen befindet sich in der Sklepní ulice [Kellergasse], ca. 200 Meter südöstlich vom Schloss.
Neuhof [Nový dvůr]
Bilder © Jan
Halady
Der Neuhof liegt zwischen Eisgrub und Feldsberg
und diente ursprünglich der Schafzucht.
Es gibt keine Aufzeichnungen, wann der Hof errichtet wurde. Wir
wissen nur, dass er 1650 abgebrannt ist und 1809/10 von Joseph Hardtmuth
umgebaut (errichtet?) wurde.
1820 gliederte Franz Engel an den, dem Eingang gegenüberliegenden Flügel, einen
Rundbau an, der einen Kuhstall mit Marmorkrippen für 20 Kühe einschließt.
Der dem Mühlenteich zugewandte äußere Teil des Baues diente als Altane (offene,
von Gebäudeteilen oder Pfeilern getragene Terrasse in oberen Stockwerken)
für Ausflugsgesellschaften.
Ende des 19. Jahrhunderts begann man hier erfolgreich mit der Pferdezucht.
Pensionistenviertel
Oft auch Millionenviertel genannt. In der Zwischenkriegszeit siedelten sich an
die 50 gut situierte Pensionisten an und ließen sich Villen bauen.
Die niedrigen Preise, die angenehme, schöne Umgebung und der Wein sorgten für
regen Zuzug.
Pestsäule [morový sloup]
Die Pestsäule gestaltet von Michael Ignaz Gunst
wurde 1680 als Danksagung für das Ende der Pestepidemie im Jahre 1679 errichtet. Obenauf thront
auf einer Wolke Jungfrau Maria, auf
den niedrigeren Sockeln stehen 4 Statuen: der Hl. Sebastian (von mehreren
Pfeilen durchbohrt) - der Hl. Franziskus Xaverius (Schirmherr der Missionare) -
der Hl. Rochus und der Hl. Johannes von Nepomuk, welche genau auf die 4 Himmelsrichtungen
ausgerichtet sind.
Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt”
[Kostel Nanebevzeti Panny Marie]
Der Marktplatz ist geprägt von der Pfarrkirche zur Mariä Himmelsfahrt. Erbaut
wurde sie in den Jahren 1631 – 1671 unter Fürst Karl Eusebius von Liechtenstein.
Als dem ersten Baumeister Giovanni Giacomo Tencalla (aus Bissone in der Schweiz)
am 23. Oktober 1638 das Gewölbe eingestürzt war, wurde der Bau abgebrochen und
erst 1641 von Andreas Erna (aus Brünn)
fortgesetzt. Das Kircheninnere stammt aus dem 18. Jh.. Die Kanzel mit dem Wappen
der Liechtensteiner ist wahrscheinlich ein Werk des Italieners F. Farne, der
auch den Tabernakel am Hauptaltar schuf. Das Altarbild Mariä Himmelfahrt ist
eine gelungene Kopie des Rubens-Gemäldes von Gaetano Fanti. Ein Rubens-Original
soll das längliche Bild oberhalb des Hauptaltars sein, welches die Hl.
Dreifaltigkeit darstellt. Aus dem Rubens-Malerkreis stammt auch Giovanni
Battista Gidoni, von dem die zwei Gemälde „die Anbetung der drei Könige” und
„die Beschneidung Christi” der Seitenaltäre stammen. Die Altarbilder der hl.
Familie stammen von Franz de Neve und aus der gleichen Zeit stammt auch die
Statue des Johann Nepomuk von
Ignaz Lengelacher.
Das Kirchengebäude ist 48 m lang, 28 m breit und 34 m hoch. Die beiden
Kirchtürme sind 60 m hoch.
Raisten-Kolonnade [Kolonáda na Rajstně]
Bilder © Sharkan
Bilder © Jan Halady
auf der Raisten [Rajstna] oder Homola bezeichneten Anhöhe (291m, auf dem Raistenberg
zwischen Schrattenberg und Feldsberg beim Grenzübergang gelegen), zugleich der
höchste Punkt des UNESCO-Areals, befindet sich dieser
Säulengang den Fürst Johann I. Josef von Liechtenstein als monumentales
klassizistisches Bauwerk in den Formen eines antiken Ringhallentempels (Peripteros)
errichten ließ.
Die Anlage ist dem Andenken an seinen Vater Fürst Franz Josef I.
(*19.11.1726, †18.8.1781) und an seine Brüder Fürst Alois I. (* 14.5.1759,
†24.3.1805) und Prinz Philipp Joseph (*2.7.1762, †18.5.-1802) gewidmet.
Baubeginn 1810/11 unter
Joseph Hardtmuth, 1913 auf Betreiben
von Joseph Poppelak unter dem neuen Hofarchitekten Joseph Kornhäusel zwischen 1813
und 1817 fertig gestellt. Die Plastiken stammen von Joseph Klieber, der hier vermutlich
bis 1823 tätig war. 1907 wurde die Kolonnade erstmals renoviert.
Auf rechteckigem Grundriss erhebt sich diese Säulenhalle mit 24 mächtigen
korinthischen Säulen, von denen 8 frei stehen, währen die anderen durch
Einbauten verbunden sind. In den an beiden Seiten des Gebäudes erkennbaren
Einbauten befinden sich die Stiegenaufgänge, die auf die Terrasse führen.
Die Mitte des Gebäudes bildet in ganzer Höhe die Form eines Triumphtores. An der
gegen Feldsberg gelegenen Seite sind in den Nischen die überlebensgroßen Figuren
des Erbauers, seines Vaters und seiner Brüder in antiker Kleidung dargestellt.
Darüber die Inschrift: „Der Sohn dem Vater, der Bruder den Brüdern”.
An der Gebäuderückseite, nach Süden zu, sind analog den Figuren an der
Vorderseite, ebenfalls in Nischen, 4 hohe Vasen angebracht und darüber wieder
eine Inschrift:
„Den Manen der Unvergesslichen der einzige überlebende Sohn”
(Manen, von lateinisch dii manes, sind in der römischen Religion (vor allem
zur Kaiserzeit) die Geister der Toten, auch einige Umweltgeister. Diese sind
meistens feindlich gesinnt und wurden daher mit verschiedensten Opfern und
Riten milde gestimmt, sowie als „gute Götter” (dii manes) bezeichnet.).
Da sich dieser Bau an der Grenze zu Österreich befindet,
war während der kommunistischen Zeit auf der Terrasse ein Wachposten der Grenzwache
eingerichtet und die Kolonnade der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Erst seit
der Wende im Jahr 1989 ist die Kolonnade wieder für Besucher geöffnet und bietet
vom Dach aus einen
wunderschönen Ausblick auf Nikolsburg [Mikulov], Pollau [Pálava], die Auwälder
und Feldsberg.
Rathaus [Radnice]
Das
1887-88 unter Bürgermeister Karl Haussner vom Baumeister Josef Drexler im
Neurenaissancestil erbaute Rathaus ist nach wie vor Sitz des Bürgermeisters.
Der wunderschöne Zeremoniensaal ist mit herrlichen
Stuckarbeiten verziert.
 |
Die Widmung
auf einer Marmortafel im Zeremoniensaal |
Salettl
(Salet => Salettl, Jagdschlössl => Gschlessl,
Kyclovka [„Beim Kycl”])
Jagdschloss mit Försterhaus im
Katzelsdorfer-Wald zwischen Feldsberg und
Katzelsdorf (Katzelsdorfer Haus Nr. 117).
Letzte Aufnahme, vermutlich um
1955.
Unter Fürst Johann I. von Liechtenstein in den Jahren 1811 bis 1817 von Joseph Kornhäusel
geplant und errichtet und 1819 von Franz Engel fertig gestellt.
1905 - 1907 erfolgte eine sorgfältige Generalrestaurierung und Sanierung des
Gebäudes sowie der Bildhauer-Arbeiten.
1945-53 wurde es vom Förster Michal Kycl bewohnt, der bereits 1938-45
Liechtenstein'scher Förster in Landshut war und nach Kriegsende ins Salettl beim
Katzelsdorfer-Wald versetzt wurde. Weil sich das Gebäude im tschechischen
Grenzgebiet befand
und der Grenzsicherung im Wege stand, wurde Michal Kycl 1953 wieder nach
Landshut versetzt und das Gebäude 1955/56 dem
Erdboden gleichgemacht. Offizieller Grund für den Abbruch: der desolate
Gebäudezustand, was aber laut aktuellen Aussagen von Michal Kycls Sohn nicht
stimmt.
Am 17. Juli 2007 konnte Ökonomierat Matthias Hirtl (Katzelsdorf Nr. 69) aufgrund von Überresten
(Fundament, Kellergewölbe, Brunnen, usw.) den genauen Standort feststellen.
Wie auf der (tschechisch-sprachigen) Internetseite des
Feldsberger Museums
zu lesen, wäre man sehr erfreut, wenn sich ein großzügiger Mäzen fände, der
dieses Jagdschlössl nach Originalplänen wieder errichtet.
siehe auch
... Das Jagdschlössl (Salet, Salettl)
und Försterhaus im Katzelsdorfer Wald (Berichte, Karten und Bilder) /
Katzelsdorfský
zámeček a hájovna
, Dieter
Friedl 2010,
Daniel Lyčka „Katzelsdorfský
zámeček” (tschechisch)
und seit 7. Jänner 2011 findet man auch bei Wikipedia das „Jagdschloss
Katzelsdorf” (von Karl Gruber).
Stadtmauer [hradby]
Sie ist heute nur mehr andeutungsweise an wenigen Stellen
der Innenstadt erhalten. Vermutlich wurde sie schon im 13. Jh. erbaut, da
bereits in einer schriftlichen Überlieferung aus dem Jahre 1286 die Westpforte
erwähnt wird, durch welche man in die Innenstadt eintrat. Als Europa im 16. Jh.
von den Türken bedroht wurde, verstärkte man die Stadtwalle.
Stellenweise hatten sie eine Höhe von bis zu 7 Metern und eine Dicke von etwa 1
Meter. Es gab 4 Stadttore - das Badtor (daneben befand sich eine
Schwefelquelle, das (obere) Samstagstadt-Tor (auch ‚Wiener-Tor’, unterhalb des
Franziskanerklosters), das Tor in der unteren Samstagstadt (bei der Nikolsburger-Straße) und das Tor im Rosenfeld (etwa in der Ecke
Berggasse-Rosenfeld). Das obere Samstagstadt-Tor wurde schon vor 1840 entfernt,
von den restlichen 3 Toren gibt es eine Abbruchbewilligung, datiert mit 14.
September 1840.
1841, als
die Mauern dem wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt im Wege standen, wurden
auch sie
großteils abgerissen.
Teich-Schlösschen [Rybniční zámeček]
Bilder © Jan Halady
von Joseph Kornhäusel zwischen 1814 und 1816 am Nordufer des Mitterteich's
errichtet.
Theim-Hof / Theim-Wald
Der Theimhof [Boří dvůr,
Genža] ist ein Liechtenstein'scher Meierhof südöstlich von Feldsberg und südlich vom Theim-Wald
(Teil des Föhrenwalds [Boří les],
wo man früher der Nutzholzgewinnung und der Jagd im großen Umfang nachging.
Um 1500 befand sich hier der Ort Geltscheins (od. Geltsching). In einer
Aufzeichnung aus dem Jahre 1529 steht: „Gelltsching ist öd”. In einer
zweiten Urkunde aus dem Jahre 1570 heißt es: „das ödt Dorf Goltschüs oder
Göltsching”. Im Flurnamen „Gelschink” erkennt man noch den Namen der
verödeten Ortschaft. Auch der Meierhof, den Fürst Johann II. von Liechtenstein im Jahre
1882 in diesem Gebiet errichten ließ, hieß anfangs Gentsche-Hof [Genža] und
erst später Theim-Hof.
Tschechenviertel
Nach 1920 auf enteigneten Flächen der Herrschaft entstanden. Es beherbergte
viele zugezogene tschechische Beamte, Kolonisten, Arbeiter usw..
Sie wurden vom Staat großzügig unterstützt, wodurch ihr Bevölkerungsanteil von 2
% (1910) auf fast 20 % (1938) stieg.
Die meisten ließen 1938 ihre Häuser im Stich, kamen aber 1945 wieder zurück.
Die Dagebliebenen führten hier bis 1945 ein recht ruhiges Leben, trieben es aber
1945 am Ärgsten.
Venerie /
La Veneria-Schlösschen [Zámeček
La Veneria]
Wie schon die beiden Namen Uneinigkeit verraten, so gibt es dazu auch recht unterschiedliche
Versionen, was die Vergangenheit des Hauses in der K Venerii № 82 betrifft.
Was den Namen selbst betrifft, so geht dieser entweder auf den Namen der Göttin Venus
oder auf eine sexuell übertragbare Krankheit
zurück.
a) laut Erich Kippes war die Venerie Unterkunft der für die Parforcejagden
verwendeten Hetzhunde, wie z.B. Parforcehunde, Windhunde,
Saubeller (für Wildschweinjagden), Schweißhunde,
Dachshunde, usw.
b) nachdem 2007 dieses Gebäude nach beachtenswerter Rekonstruktions-Arbeit als
Schloss-Pension „La
Veneria” in 4-Sterne Qualität eröffnet
wurde, findet man auf der
Internetseite zur Geschichte des Hauses... das Schlösschen „La Veneria”
wurde 1658 für den Obersten Jagdreiter
(Grand Veneur) der Fürsten von
Liechtenstein erbaut - was sich auch einigermaßen mit der historisch belegten
Version von Erich Kippes deckt.
c) auch Adolf Schmidl berichtet in seinem 1838 erschienenen Wanderbuch „Wien’s
Umgebungen auf zwanzig Stunden im Umkreise”...
„Südlich vor der Stadt steht die Venerie oder das
Hetzhaus, wo die englischen Hetzhunde gehalten werden. Man sieht eine Meute
von nahe hundert Stück
herrlicher Thiere.”
d) den Weinlehrpfad-Tafeln zufolge wurde dieses Gebäude während des
Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) errichtet und von den
Barmherzigen Brüdern als Spital für jene fürstlichen Soldaten benutzt, welche an venerischen
Krankheiten (Geschlechtskrankheiten) litten.
Erst danach sollen hier die fürstlichen
Hundestallungen untergebracht worden sein.
Egal welche Vorgeschichte dieses Haus auch haben mag, es ist ein Stück
Geschichte und Kultur.
Für die Erhaltung ein großes Dankeschön! Děkujeme!
an die heutige Besitzerin,
Frau Ivana Benadova.
Der Keller der sich an die Venerie anschließt, früher ein Klosterkeller (?), gehört
heute zur Weinbaufachschule Feldsberg. |